Netzpolitik
27.07.2017

Wofür Nordkoreas Elite das Internet nutzt

Manche Nordkoreaner haben scheinbar ungefilterten Zugang zum Internet. Hauptsächlich werden Videos gestreamt, soziale Medien besucht und Videospiele gespielt.

Laut einer Analyse des Bedrohungsanalyseunternehmens „Insikt Group“ soll der Internetzugang in Nordkorea für einige wenige Regierungsfamilien uneingeschränkt möglich sein. Der Großteil der Bevölkerung nutze Smartphones, die nur einen modifizierten 3G-Zugang zum Verfassen von Text- und Videonachrichten bieten und durch den nordkoreanischen Provider „Koryolink“ verwaltet werden.

Zusätzlich hätten einige ausgesuchte Personen, darunter Studierende, Wissenschaftler und ausgesuchte Beamte, Zugang zum staatlichen Intranet namens „Kwangmyong“. Dies ist nur in öffentlichen Cafés und universitären Einrichtungen möglich. Das Intranet sei allerdings sehr bescheiden und beinhalte nur ein Mailsystem und wenige einfache, nordkoreanische Webseiten.

Westliche Medien werden genutzt

Einige wenige Nordkoreaner können das Internet ohne staatliche Einschränkungen verwenden. Ihr Nutzungsverhalten unterscheidet sich laut der Analyse kaum von der weltweiten Norm. Anders als Berichte aus dem April 2016 suggerieren, würden auch westliche soziale Medien genutzt werden, allen voran Facebook und Twitter. Als Videoplattform nutze man das chinesische Äquivalent von Youtube, Youku. Auch Online-Marktplätze wie Baidu und Amazon werden laut dem Bericht regelmäßig aufgesucht.

Zusätzlich nutzt man das Internet demnach, um Videospiele online zu spielen. Allen voran spiele man Games, die vom Entwickler Valve gehosted werden. Sehr beliebt ist der Untersuchung zufolge auch das MMO „World of Tanks“. Etwa 65 Prozent der Internetnutzung bestehe aus Streaming und Gaming.

Verdächtige Aktivitäten

Der Bericht spricht auch verdächtige Aktivität an: So sollen Nutzer am 17. Mai 2017 begonnen haben, Bitcoin Mining zu betreiben. Diese Tätigkeit soll zuvor in keinster Weise angedeutet worden sein, da keine Websites zu der Thematik oder ähnliches besucht wurden. Der Bericht stellt diese Aktivität in Verbindung mit der WannaCry-Cyberattacke, die angeblich aus Nordkorea stammen soll und kurz zuvor startete.

Zuletzt verdutzte das Land mit einem Smartphone für die eigene Bevölkerung, welches dem Apple iPhone zum Verwechseln ähnlich sieht. Zuvor wurde ein staatlich produziertes Tablet veröffentlicht, welches sogar den Namen "Ryonghung iPad" trägt.