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06/05/2017

Apple gibt Ausblick auf iOS 11

Neue Siri-Funktionen, Dateimanager und Drag&Drop: Apple zeigte am Montag was die nächste iOS-Version bringt.

Darüber was Apple mit seinem wohl wichtigsten Betriebssystem iOS vorhat, herrschte vor der WWDC am Montag ungewöhnliche Stille. Leaks gab es, wie sonst vor Apple-Ankündigungen üblich, kaum. Vage war von neuen Siri-Funktionen die Rede, und die stehen auch im Zentrum von iOS 11.

Siris Sprache soll natürlicher werden, dazu hat das Assistenzsystem neue Stimmen bekommen, eine weibliche und eine männliche. Siri will künftig auch übersetzen. Auch auf mehr Apps als bisher soll Apples Assistenzsystem künftig zugreifen können. Das soll Siri helfen, mehr über die Interessen seiner Nutzer zu erfahren. Siri will künftig etwa nachsehen, was Nutzer im Browser oder anderen Anwendungen machen, um Zusammenhänge besser verstehen und darauf reagieren zu können.

Files-App

Auch über und über einen Dateimanager für IOS wurde im Vorfeld der WWDC gemunkelt. Und den stellte Apple dann auch vor. Die App heißt Files und sammelt Dateien am iPad samt Suche, Ordner und Tagging. Neben iCloud werden unter anderem auch Dropbox, OneDrive oder Box unterstützt.

Switcher und Drag&Drop

Gezeigt wurde auch die App Switcher, mit der das Auswählen von Apps und der Wechsel in den Multitasking-Modus beschleunigt werden soll. Auch das Kopieren von Daten von einer App zur anderen wird erleichtert, dafür sorgt die neue Drag&Drop-Funktion.

Messaging

Die Messaging-App soll nun über iCloud besser mehrere Geräte synchronisieren können. Nur die jüngsten Meldungen sollen am Gerät gespeichert bleiben.

Apple Pay soll künftig auch ermöglichen, Geld zwischen Privatpersonen zu transferieren. In Österreich ist Apple Pay allerdings nicht verfügbar.

Höhere Bildqualität bei Videos

Auch die Kamera-App wird aufgerüstet. Video soll künftig HEVC (High efficiency video coding) bekommen. JPEG wird durch das HEIF-Format, das weniger Speicherplatz braucht, ergänzt.

Kontroll-Zentrum mit Redesign

Das Kontroll-Zentrum in IOS erhält mit der neuen Version ein Redesign. Nun soll es auf einen Bildschirm passen, samt Sliders für Licht und Ton. Mittels 3D-Touch können die Auswahlmöglichkeiten erweitert werden.

Auch der Sperrbildschirm und das Nachrichtenzentrale wurden überarbeitet. Mittels Swipe kann man nun zwischen den beiden switchen. Neues gibt es auch von der Fotos-App. Dort werden sollen etwa die „Memories“-Alben intelligenter zusammengestellt werden.

Maps und Musik

Apples Kartendienst soll künftig tiefergehende Informationen zu bestimmten Orten, etwa Flughäfen oder Einkaufszentren bringen – vorerst allerdings nur für ausgewählte Orte in den USA und Kanada.

Eine „Nicht stören“-Funktion soll es künftig für Autofahrer auch am iPhone geben. Das System soll auch erkennen, ob man gerade hinter dem Steuer sitzt und dann davon abraten, am Smartphone rumzufummeln.

Apple Music, das bereits im vergangenen Herbst ein neues Design erhielt, zählt mittlerweile 27 Millionen Nutzer. Künftig sollen sie in der App auch erfahren, was ihre Freunde hören, vorausgesetzt diese stimmen zu. Entwicklern gibt Apple künftig vollen Zugang auf Apple Music – daraus können etwa DJ-Apps entstehen, auch die Musikerkennungs-App Shazam wird davon Gebrauch machen.

Neuer App Store

Überarbeitet wird auch der App Store. Er soll Besucher in einem Today-Tab mit brandneuen Apps begrüßen, Spiele erhalten ebenso ein eigenes Tab, auch In-App-Käufe sollen künftig stärker beworben werden.

Aus dem App Store wurden laut Apple-Marketing-Chef Phil Schiller bislang 180 Milliarden Apps heruntergeladen, 70 Milliarden Dollar wurden an Entwickler ausgezahlt. Schiller verwies auf kürzere Wartezeiten bei der Prüfung der Apps. Dies geschehe üblicherweise innerhalb von 24 Stunden, so der Apple-Marketing-Chef.

Neue APIs für Entwickler

Maschinelles Lernen kommt in iOS bereits bei der Bilderkennung und bei Sprachanwendungen zum Einsatz. Um Entwicklern Zugang zu der Technologie zu ermöglichen, gibt es neue Programmierschnittstellen. Auch ARKit – ein Entwicklerwerkzeug für Augmented-Reality-Anwendungen wurde präsentiert, damit sollen lustige Sachen möglich sein. So kann man etwa auf realen Gegenständen virtuelle Objekte platzieren.

Verfügbarkeit

Eine Entwicklerversion von iOS 11 hat Apple am Montag nach der Keynote-Adresse veröffentlicht, im September soll das neue iPhone- und iPad-Betriebssystem dann regulär verfügbar sein.

Apple stellte bei der Keynote-Adresse zur WWDC auch noch den neue Versionen der Betriebssysteme MacOS und WatchOS, ein neues iPad Pro und einen neuen iMac Pro sowie den Siri-Speaker HomePod vor.