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AT&S will mit Roman für Cybersicherheit sensibilisieren

Immer mehr Industrieunternehmen werden Opfer von Cyberkriminalität. Pro Jahr verursacht Cyberkriminalität laut Gottfried Egger, IT-Direktor beim österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S, weltweit einen geschätzten Schaden von 5 Billionen Dollar. „Diese Summe steigt, denn es sind nicht nur immer mehr Privatpersonen, sondern auch immer mehr Unternehmen, die von Hackern angegriffen werden", sagt er.

Um für das Thema IT-Sicherheit zu sensibilisieren und auf die potenziellen Gefahren der digitalen Welt aufmerksam zu machen, hat der international tätige Konzern nun einen Cybercrime-Roman mit dem Titel „Industry under Attack“ herausgebracht. Darin wird wird ein Technologieunternehmen von einer Hackergruppierung an mehreren Fronten gleichzeitig attackiert. 

Ransomware ist wesentliche Gefahr

Generell stelle Gottfried Egger zufolge die wohl größte Gefahr für Unternehmen Ransomware dar, wobei diese über Schadsoftware via E-Mails attackiert werden. „Daher braucht jedes Unternehmen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Allerdings werden die Angriffe immer gefinkelter, daher ist Ransomware bei Mitarbeiter*innen, die nicht richtig geschult und sich nicht der Gefahr bewusst sind, leider häufig auch erfolgreich“, sagt er der futurezone.

Ihm zufolge sei aber auch „Social Engineering“ nicht zu unterschätzen, wobei Menschen durch zwischenmenschliche Beeinflussung dazu bewegt werden, vertrauliche Informationen preiszugeben. „Wenn ein Angreifer beispielsweise eine Pizzalieferung zu einem großen Unternehmen bringt und vor dem Haupteingang steht, öffnen ihm wohl die meisten aus Höflichkeit die Tür. Dabei könnte es sich um eine Person handeln, die eine Attacke plant und etwa einen Keylogger installiert“, warnt er.

Mit dieser Hard- oder Software lassen sich Eingaben an einer Computer-Tastatur eines Nutzers oder einer Nutzerin überwachen oder rekonstruieren. Egger: „Alle Gefahren, die private Personen betreffen können, können auch Unternehmen treffen.“

Schulungsprogramm vergangenes Jahr gestartet

AT&S selbst war laut Egger bisher noch nicht Opfer einer Cyberattacke "und soll künftig auch kein Opfer werden", sagt der Fachmann. "Daher haben wir das Awareness-Programm gestartet. Wir berichten laufend in unserem Intranet, was in diesem Bereich passiert, und bieten auch ein Videoschulungsprogramm an."

Jede*r Mitarbeiter*in müsse sich etwa alle zwei Monate ein rund 30-minütiges Video zu diversen IT-Sicherheitsthemen – etwa „Sicherheit im Homeoffice“, „Sicherheit beim Mobile Office“ oder zur richtigen Passwort-Wahl – ansehen und nach diesem Schulungsvideo einen Test absolvieren.

Cybercrime kann "in den Ruin treiben"

Der 70-seitige Roman ist Teil dieses Awareness-Programms - laut seinem Autor, der unter dem Pseudonym Menson auftritt, werde das Thema Cybercrime künftig an Bedeutung gewinnen: „Alle reden gegenwärtig über Corona, doch diese Krise ist bald vorbei. Noch spricht niemand so intensiv über Cybercrime, aber diese Krise beginnt jetzt erst so richtig. Wer glaubt, Cybercrime betrifft ihn nicht, irrt sich gewaltig, denn ein falscher Klick kann nicht nur Existenzen löschen, sondern einem Unternehmen schaden oder es im schlimmsten Fall sogar in den Ruin treiben", warnt er.

Der Roman wurde primär für die rund 13.000 Mitarbeiter*innen von AT&S geschrieben. In zwei Wochen soll aber auch eine allgemein verfügbare E-Book-Version veröffentlicht werden.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und AT&S.

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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