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21.07.2018

Bang & Olufsen E8 im Test: Kabellose Kopfhörer mit Aussetzern

Die Wireless-In-Ear-Headphones Beoplay E8 überzeugen durch ihr Design, versagen aber bei der Verbindung.

Auch der Traditions-Hifi-Hersteller Bang & Olufsen hat den Trend zum Wireless-In-Ear-Kopfhörern erkannt. Die Beoplay E8 setzen auf eine angenehme Form des Minimalismus. Die lederüberzogene Ladehülle ist kompakt und die In-Ear-Kopfhörer so klein und schlicht wie möglich – simple, yet beautiful.

Ergonomisch sind sie aber nicht. Sie drücken unangenehm im Ohr und an der Ohrmuschel, wenn man sie korrekt einsetzt. Zwar liefert B&O insgesamt vier verschiedene Einsätze mit, der Druck auf die Ohrmuschel, bedingt durch die Form des Gehäuses, wird dadurch aber nicht reduziert. Stopft man die Kopfhörer nur sanft ins Ohr, um den Druck zu vermeiden, sitzen sie zu locker. Dann kann sich schon mal beim gemütlichen Gehen der Kopfhörer im Ohr lockern. Er fällt zwar nicht sofort aus dem Ohr, der Klang stimmt dann aber nicht mehr.

Beoplay E8

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Verbindungsprobleme

Ein weiteres Problem beim Gehen ist die schlechte Verbindung. Befindet man sich in der Nähe einer befahrenen Straße, gibt es ständig Verbindungsaussetzer. Stehe ich mit den E8 an einer Kreuzung und warte bis es Grün wird, höre ich in dieser Zeit nerviges Stottern, Krachen oder sekundenlang gar nichts mehr. Immerhin in der U-Bahn haben die E8 eine meist stabile Verbindung. Ebenfalls störend ist die Verzögerung beim Abspielen von Videos. Der Ton kommt bei einigen YouTube-Clips mit etwa einer halbe Sekunde Verzögerung an.

Lästig ist, dass sich die E8 nicht automatisch mit dem Smartphone (getestet mit Samsung Galaxy S9+, Nokia 8 Sirocco, Sony XZ2 Compact, Huawei P20 Pro) verbinden, wenn sie aus der Ladehülle genommen werden. Das ist eigentlich Standard bei vielen anderen True-Wireless-In-Ear-Headphones. B&O gibt die Laufzeit mit vier Stunden an, die Hülle soll Energie für zwei weitere Ladungen liefern. Im Test hielten die E8 etwa dreieinhalb Stunden durch.

Sound

Immerhin ist der Schmerz am Ohr nicht ganz umsonst: Die passive Dämpfung ist dafür sehr gut. Wer in der U-Bahn oder dem Großraumbüro möglichst nichts mitkriegen möchte von der Außenwelt, freut sich über solche Kopfhörer.

Der Sound der E8 ist dafür, gemessen an dem hohen Preis, nicht überzeugend. Der Bass ist selbst für aktuelle Popsongs zu stark und Höhen klirren. Ich musste bei einigen Liedern leiser drehen, weil das Klirren sonst zu irritierend war. Zum Glück gibt es von B&O eine passende App, um den Sound anzupassen. Allerdings muss dazu erst ein Firmware-Update installiert werden. Das dauerte im Test über 30 Minuten und lieferte vier Mal Fehlermeldungen und Abbrüche.

In der App kann per Drag-and-Drop das Soundprofil auf einem Kreis eingestellt werden. Die Viertel des Kreises sind beschriftet mit: „Warm“, „Excited“, „Relaxed“ und „Bright“. Je weiter nach außen man den Punkt zum Justieren führt, desto stärker wird der Effekt angewandt. Das Justieren des Sounds auf diese Art ist zwar bequem, aber unbefriedigend. Ich konnte für mich keine Einstellung finden, um den Klang so hinzukriegen, dass ich vollends zufrieden war. Am ehesten gefiel mir die Voreinstellung „ Commuting“ und eine niedrige Einstellung zwischen „Warm“ und „Excited“. Das Problem ist, dass viele dieser Effekte zu aggressiv angewandt werden und den Klang nicht bloß verändern, sondern grauslich verfälschen.

Die E8 unterstützen auch Pass-Trough, der hier „Transparenz-Modus“ genannt wird. Tippt man den linken Kopfhörer an, wird der Modus eingeschaltet. In der App kann eines von drei Transparenz-Profilen gewählt werden. Bei „ Ambient“ wird die Musik abgeschaltet und man hört am meisten von der Umgebung. Bei „Social“ läuft die Musik leise weiter und man hört etwas weniger von der Umgebung. Bei „Commuting“ läuft die Musik weiter und man hört nur noch wenig von der Außenwelt.

Fazit

Die größte Stärke der B&O Beoplay E8 ist das kompakte und elegante Design. Das entschuldigt aber nicht die Verbindungsausfälle und dass es kein automatisches Pairing gibt – speziell dann nicht, wenn die Kopfhörer 300 Euro kosten. Der Klang ist zwar gut, wenn man einmal eine passende Einstellung gefunden hat, aber nicht so gut wie bei den Bose SoundSport Free, die um 100 Euro günstiger sind.