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09/12/2020

Citroën: „Elektro-Autos sind immer noch zu teuer“

Der französische Autohersteller will E-Mobilität leistbar machen, wie CEO Vincent Cobée im futurezone-Interview erklärt.

von Martin Stepanek

Der E-Automarkt boomt. Neben Vorreiter Tesla, der dem Thema breitenwirksam zum Durchbruch verhalf, drängen mittlerweile alle Traditionsmarken mit ihren elektrifizierten Modellen in den Markt. So auch der französische Hersteller Citroën, der in diesem Jahr gleich mit 6 neuen Elektro- und Hybrid-Autos in verschiedenen Fahrzeugklassen punkten will – vom winzigen Elektroauto Ami über die SUV-ähnliche Kompaktlimousine ë-C4 bis zum Nutzfahrzeug ë-Jumpy.

Umstieg mit Hürden

Die schöne neue Elektrowelt hat laut Citroën-CEO Vincent Cobée bisher aber ein nicht zu übersehendes Manko. Sie ist für viele Menschen schlichtweg nicht leistbar. „Es steht außer Frage, dass die Leute auf Elektro umsteigen würden. Im Schnitt sind E-Autos in der Anschaffung aber immer noch zu teuer. Sie kosten 10.000 Euro mehr als ein durchschnittliches Auto mit Verbrennungsmotor. Wir wollen diese Lücke füllen und Elektromobilität für alle zugänglich machen“, sagt Cobée im Gespräch mit der futurezone.

Definitiv in diese Kategorie fällt das im Februar präsentierte Elektrofahrzeug Ami, das gerade einmal 6900 Euro kostet. Der ultrakompakte Zweisitzer ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und 70 Kilometer Reichweite als Fortbewegungsmittel für den urbanen Raum konzipiert.

Zum Lenken des kleinen Fahrzeugs, das eine sicherere und komfortablere Alternative zu Mopeds und ähnlichen Fortbewegungsmittel sein soll, reicht ein Mofa-Führerschein (AM-Klasse). Es darf ab 15 Jahren gefahren werden. Nach dem erfolgreichen Marktstart in Frankreich vor einigen Monaten soll das kleine E-Auto im kommenden Jahr auch in Österreich und Deutschland verfügbar sein.

Ruf nach sauberer E-Mobilität

Dass sich viele Hersteller an dieser speziellen Fahrzeugkategorie in der Vergangenheit die Zähne ausgebissen haben, sieht Cobée nicht als Hindernis. Wenn man ein neues Produkt entwickle, müsse man sich immer fragen, ob es einen konkreten Zweck erfülle und die Zeit dafür reif sei.

„Es gibt einen lauten Ruf nach sauberer Elektromobilität, wie auch Fahrverbote für Benzin- und Dieselautos in Innenstädten zeigen. Der Platz für Autos in Städten wird weniger, Parkplätze sind knapp. Und das Nutzungsverhalten hat sich stark verändert“, sagt Cobée. Er spricht dabei nicht nur auf die besser werdende Verschränkung von Individual- und öffentlichem Verkehr an, sondern auch auf neuere Modelle wie Car-Sharing oder bestimmte Formen von Leasing.

Neben der Nutzung der Autos über die eigene Car-Sharing-Plattform Free2Move des PSA-Konzerns, zu dem Citroën gehört, kann der AMI nach einer Anzahlung von 2644 Euro auch um 20 Euro monatlich „gemietet“ werden. „Das ist so viel wie ein Mobilfunkvertrag, das kann sich jeder leisten“, ist Cobée überzeugt. Neben dem traditionellen Weg über Händler kann das Fahrzeug auch online erworben werden.

101 Jahre Citroën

Die Traditionsmarke,  die auf eine 101-jährige Geschichte zurückblicken kann, sieht der Citroën-Chef gut für die Zukunft gerüstet – sowohl, was die durch Vorgängerin Linda Jackson eingeleitete Repositionierung inklusive mutigen Design-Entscheidungen als auch die Rolle im PSA-Konzern neben großen Autofirmen  wie Peugeot und Opel betrifft.

In Europa sei man die vergangenen 6 Jahre kontinuierlich und um bis zu fünfmal stärker als der Gesamtmarkt gewachsen. Nach dem Drama rund um Corona inklusive Fabriksschließungen und Absatzeinbrüchen gelte es nun, besonders kreativ zu sein, aufzustehen und weiterzugehen.

„Scheitern gehört dazu“

„Citroën hatte in seiner Geschichte unglaubliche Höhen und vereinzelt auch Tiefen, wie in den 90er- und frühen 2000er-Jahren. Gelegentlich zu scheitern gehört aber dazu, wenn man innovativ sein will und auch etwas wagt, was ein bisschen außergewöhnlich oder anders ist“, sagt Cobée.

Ob das ungewöhnliche Konzept des AMI angenommen werde, entscheide der Markt. Die Nachfrage sei jedenfalls da. „Auf dem Weg  in eine Co2-freie Autozukunft müssen wir um die Ecke denken und Lösungen entwickeln, die so heute noch nicht existieren. Der AMI könnte beispielsweise auch außerhalb von Städten - etwa in Tourismusregionen oder auf Firmengeländen eingesetzt werden.“

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