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So nutzt man AirPods mit Android - und warum man es lassen sollte

Die AirPods von Apple sind mittlerweile mehr als einfach nur ein Gebrauchsgegenstand. Für Viele sind sie das Must-Have-Accessoire zu ihren Apple-Geräten. Dennoch handelt es sich um gewöhnliche Bluetooth-Kopfhörer und das bedeutet, dass man sie nicht nur mit Apple-Produkten wie iPhones, iPads oder Macs verwenden kann.

Im ersten Moment klingt das gar nicht so unattraktiv. So ist die Verarbeitung gut, das Case kompakt, die Akkulaufzeit lang und auch über den Sound hört man Gutes. Einzig der Preis ist Apple-typisch alles andere als ein Schnäppchen.

Wer ein Android-Smartphone besitzt, kann die AirPods ähnlich wie andere Ohrhörer koppeln. Das funktioniert in nur wenigen Schritten:

  • Case mit AirPods öffnen
  • Bluetooth-Einstellung am Handy aufrufen
  • Den weißen Knopf auf der Rückseite vom Case drücken
  • “AirPods” auswählen (manchmal auch mit der Ergänzung "Find My" gelistet)
  • Koppeln 
  • Musik hören

Wenn man diese Schritte verfolgt, kann man die AirPods wie gewöhnliche Bluetooth-Kopfhörer verwenden und damit etwa Musik hören oder Videos anschauen. 

AirPods mit Android: Warum das eine schlechte Idee ist

Eine wirklich gute Idee ist das allerdings nicht. Denn unter Android werden die AirPods ihrem Preis - 199 Euro in der aktuellen, dritten Generation - nicht wirklich gerecht. Grund dafür ist das Audiodatenkompressionsverfahren Advanced Audio Coding (AAC). Zwar wird jener von Android unterstützt, allerdings sorgt das Energiemanagement von Android dafür, dass der Enkodierung eine geringe Priorität zugeordnet wird. Darunter leidet die Qualität, Frequenzbereiche werden einfach abgeschnitten. Details und Messungen dazu liefert die Website Soundguys. Bei Android-Ohrhörern kommen stattdessen andere Codecs zum Einsatz, die wiederum von den AirPods nicht unterstützt werden, wie etwa Qualcomms aptX

Auch in der Praxis fallen die Qualitätseinbußen auf. Beim direkten Probehören zwischen einem iPad und einem Android-Phone merkt man sofort, dass der Sound der AirPods unter Android deutlich weniger vielschichtig ist als beim gleichen Musikstück mit einem iOS-Gerät. 

Komplett verzichten muss man unter Android auch auf 3D-Audio der AirPods Pro, AirPods Max und der aktuellsten dritten AirPods-Generation.

Weitere Nachteile

Nicht wirklich praktisch ist die parallele Nutzung für Anwender*innen, die etwa ein Android Phone und ein iOS-Device gleichzeitig verwenden. Während das Hin- und Herwechseln zwischen Apple-Geräten nahtlos funktioniert und man dazu keine Bluetooth- oder Verbindungseinstellungen aufrufen muss, ist es zwischen Android und iOS etwas aufwändiger. So muss man beim Wechsel zwischen iOS und Android jedes Mal das Bluetooth-Menü aufrufen und die Verbindung dort manuell herstellen. 

Funktional hat man mit den AirPods unter Android einige weitere Nachteile. So arbeitet Apples verbauter H1-Chip nur eingeschränkt. Dadurch sind einige Funktionen nicht verfügbar. Dazu zählt etwa die automatische Trageerkennung. Wenn man die AirPods aus den Ohren nimmt, stoppen sie unter iOS automatisch die Wiedergabe - unter Android nicht. 

Manche User*innen berichteten zuvor, dass die Tipp-Gesten der AirPods unter Android funktionieren - zumindest zum Pausieren und Starten der Wiedergabe. Das war bei meinem Test der AirPods 3 mit einem aktuellen Android-Smartphone nicht mehr der Fall. Tippen auf die Ohrhörer macht gar nichts. 

Auch kann man unter Android den Akkustand der Ohrhörer standardmäßig nicht anzeigen lassen. Hierfür braucht man eine externe App.

Fazit: AirPods mit Android nur im Notfall

AirPods mit Android funktionieren und für die gelegentliche Nutzung ist das OK, wenn es gerade wirklich nicht anders geht. Sound und Funktionseinschränkungen sind insgesamt ien Deal-Breaker - überhaupt angesichts des Preises. 

Wer ein Android-Smartphone verwendet, sollte sich nach Alternativen umschauen. So bekommt man etwa die empfehlenswerten Anker Soundcore Liberty Air 2 mit aktiver Geräuschunterdrückung aktuell bei Amazon bereits um unter 100 Euro

Auch die Huawei FreeBuds Pro kommen mit aktiver Geräuschunterdrückung um rund 100 Euro. Die Samsung Galaxy Buds Pro sind uneingeschränkt auch mit Nicht-Samsung-Phones kompatibel und kosten aktuell knapp 150 Euro.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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