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08/12/2020

Geero 2 E-Bike im Test: Coole Optik, wenig Kompromisse

Das “Made in Austria”-E-Bike gibt es jetzt in der zweiten Generation. Die futurezone hat es getestet.

von Thomas Prenner

Seit 2016 ist das in Österreich entwickelte Geero E-Bike im Retro-Design auf dem Markt. Bei den Modellen steht eine schlichte Optik, aber auch einfache Wartung und gute Leistung im Fokus.

Seit dem Sommer 2020 ist nun das neue Modell Geero 2 auf dem Markt. Das Fahrrad wurde an vielen Ecken und Ende weiterentwickelt und bietet nun etwa einen entnehmbaren Akku sowie ein Display. 

Ich habe das Einsteigermodell Geero 2 Original, das das günstigste und leichteste Modell ist, getestet.

Äußeres und Ausstattung

Das Geero ist eines dieser E-Bikes, denen man seine elektrische Unterstützung kaum ansieht. Das Rad selbst in schlichter Optik gehalten. Das Test-Fahrrad ist im Stil Classic “Vinyl” und mit braunem Sattel sowie Griffen ausgestattet. Optisch macht das schwarze Rad einiges her und zieht auch den ein oder anderen Blick auf sich.

Bestellt man sich das Fahrrad im Geero Online-Shop, wird es teilweise auseinandergenommen geliefert. Dank Anleitung in Papier- und Videoform sowie beiliegendem Werkzeug ist es auch für handwerklich weniger begabte E-Bike-Fahrer möglich, das Rad richtig zusammenzustellen. 

In Sachen Fahrrad-Bauteile findet man beim Geero 2 eine solide Standardausstattung. Bei der Schaltung handelt es sich um eine 9-fache Shimano Sora Rapidfire Plus mit optischer Ganganzeige. Im Unterschied zu den teureren Modellen ist das “Original” mit Felgen- anstelle von Scheibenbremsen ausgestattet. Die Standard-Bereifung hat die Maße ETRTO 32-622 bzw. 28  x 1,25 Zoll. Geero setzt auf einen gewöhnlichen Kettenantrieb anstelle eines Riemens. 

MIt 16,6 Kilogramm (Rahmengröße 54) zählt das Geero Bike 2 zu den leichteren Pedelecs und lässt sich somit auch ohne größere Anstrengungen über ein paar Stufen - wie etwa in den Fahrradkeller - tragen.

Akku, Reichweite und Motor

Der entnehmbare Akku befindet sich im Unterrohr des Aluminium-Rahmens und ist - wie bei E-Bikes üblich - mit einem Schloss gesichert. Mit 444 Wh kann sich die Kapazität des Akkus angesichts der unscheinbaren Optik durchaus sehen lassen. Die Reichweite liegt laut Geero bei 85 bis maximal 125 km. In der Praxis im Wiener Stadtverkehr kann ich diese Angaben bestätigen, wenngleich man bei höchster Unterstützungsstufe eher am unteren Spektrum dieser Angabe landet. 

Ist der Akku einmal leer, hat man 2 Möglichkeiten. So kann man entweder das ganze Rad per mitgeliefertem Ladegerät an die Steckdose anschließen, oder aber auch den Akku entnehmen. Letzteres erfordert etwas Übung, da sich der Akku nach unten vom Unterrohr löst. Hier muss man aufpassen, dass die Batterie nicht auf den Boden knallt. Eine volle Ladung dauert zwischen 3 und 4 Stunden. 

Für die Unterstützung ist das BOS-Antriebssystem (Bikee Open Speed) verantwortlich. Der Radnabenmotor befindet sich im Hinterrad und hat eine Dauerleistung von 250 sowie eine Spitzenleistung von 600 Watt und reizt damit die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Pedelecs voll aus. Das Drehmoment liegt mit 40 Nm im bekannten Bereich. Damit bietet das Fahrrad genügend Leistung, um einen Großteil der Steigungen, ohne viel Anstrengung bewältigen zu können. 

Das Geero-Bike hat 5 Unterstützungsstufen. Sie unterscheiden sich darin, bis zu welcher Geschwindigkeit der Motor mithilft. In der ersten Stufe sind es bis zu 9 km/h, in der 5. sind es die für ein Pedelec maximal zulässigen 25 km/h. 

Display statt App

Auf der Lenkstange befindet abseits der Standardausstattung noch ein kleines, monochromes Display, das fast aussieht, wie ein Fahrradcomputer oder ein Fitnesstracker, wie man ihn normalerweise am Handgelenk trägt. 

Jenes zeigt aber nicht nur die Geschwindigkeit an, sondern dient auch dazu, die Unterstützung zu regulieren sowie Auskunft über die verbleibende Reichweite zu geben. Damit übernimmt das Display beim Geero das, wozu man bei Modellen anderer Hersteller eine Smartphone-App braucht.

Die Displayanzeige gewinnt zwar keinen Schönheitswettbewerb, erfüllt aber ihren Zweck. Die Lesbarkeit is gut, auch bei strahlendem Sonnenschein. Bedient wird über 2 Pfeil- und einer Bestätigungstaste unterhalb des Displays.

In der Praxis und Fahrgefühl 

Auch wenn die Unterstützung mit 40 Nm im üblichen Rahmen von Alltags-E-Bikes liegt, fährt das Rad in der Praxis mit einem ordentlichen Schwung an. In der höchsten Unterstützungsstufe reicht oft nur ein kleines Antreten des Pedals, damit das Rad losstartet. Auf den ersten paar Metern im Stadtverkehr musste ich mich daran erst gewöhnen. 

Grundsätzlich fährt sich das Geero Bike gut - so wie man es von der Ausstattung erwarten würde. Im normalen Stadtverkehr und im Einsatz als Commuter-Bike stört es mich auch nicht, dass es bei der Grundausstattung “nur” Felgenbremsen sind. Wenn man aber dazu neigt etwas flotter unterwegs zu sein, sollte man sich überlegen, zu einem Modell mit Scheibenbremsen zu greifen, da jene doch noch etwas griffiger sind. 

Fazit

Das Geero 2 ist ein sauber verarbeitetes E-Bike, bei dem man trotz der coolen Optik kaum Kompromisse eingehen muss. So ist der Akku zwar gut versteckt, man kann ihn aber dennoch abnehmen und muss nicht mit dem ganzen Rad an eine Steckdose. Gerade dann, wenn man in der Stadt lebt und das Fahrrad etwa im Keller stehen hat, ist das äußerst praktisch. 

Auch hat man sich glücklicherweise nicht gescheut, ein Display samt Knöpfen auf die Lenkstange zu bauen. Eine reine Smartphone-Bedienung - wie es bei anderen stylischen E-Bikes vorkommt -  ist in der Praxis eher umständlich. Ständig das Handy in die Hand nehmen zu müssen, um die Unterstützung zu regulieren oder den Akkustand zu erfahren, ist auf Dauer nervig.

Auch bei der Leistung schwächelt das "Made in Austria"-Rad nicht. Reichweite und Unterstützung des Bikes sind ausgesprochen gut, um damit durch den Stadtverkehr zu kommen.

Schaltung, Bremsen, Sattel und Griffe sind beim Standard-Modell keine High-End-Varianten, erfüllen für den Gelegenheits- oder Berufswegradler aber gut ihren Zweck. Für einen Einstiegspreis von 2.790 Euro würde ich mir hier allerdings ein bisschen mehr erwarten. Hydraulische Scheibenbremsen gibt es etwa erst ab dem 3.190 Euro teuren City-Modell.

Nichtsdestotrotz, wer ein stylisches E-Bike mit hoher Reichweite für den täglichen Arbeitsweg sucht, kann mit dem Geero 2 Original glücklich werden.

Bestellmöglichkeit und mehr technische Details gibt es im Geero Online-Shop.