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01.11.2018

iPhones sind allergisch gegen Helium

In einer abenteuerlichen Geschichte erzählt ein Systemadministrator, wie er draufgekommen ist, dass sich Apple-Geräte und Helium nicht vertragen.

Erik Wooldridge ist Systemadministrator in einem Krankenhaus in der Nähe von Chicago. Während der Installation eines neuen MRT-Geräts wurde er benachrichtigt, dass im Krankenhaus plötzlich mehrere Apple-Geräte ihren Geist aufgegeben haben: Apple Watches sind eingefroren und auch  iPhones lassen sich nicht mehr bedienen.

"Mir sind schon viele fehlerhafte Geräte untergekommen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Wooldridge gegenüber iFixit. Manche Geräte haben sich nicht mehr aufladen lassen und waren komplett hinüber, andere hatten Probleme mit dem Touchscreen und reagierten nicht, wieder andere konnten lediglich keine Mobilfunkverbindung aufbauen während sie allerdings vollen WLAN-Empfang hatten.

Elektromagnetische Impulse?

Sein erster Verdacht war, dass bei der Inbetriebnahme des MRT-Gerätes elektromagnetische Impulse freigesetzt wurden, welche die mehr als 40 Apple-Devices beschädigt haben. Allerdings musste er feststellen, dass Android-Smartphones, die sich im selben Raum befunden haben, wie die nun kaputten Apple-Geräte keine Schäden davon getragen haben.

Wooldridge war ratlos. Er postete seine Erfahrungen auf Reddit und fügte in der Beschreibung des Vorfalls hinzu, dass im Krankenhaus zeitgleich ein Helium-Leck festgestellt wurde. Schnell lag die Vermutung nahe, dass das Helium die iPhones und Apple Watches außer Gefecht gesetzt haben muss. Aber was war mit den Android-Phones. Warum waren sie nicht von dem Fehler betroffen, obwohl sie ebenso im Krankenhaus waren?

Nur neuere iPhones betroffen

Bei seinen weiteren Nachforschungen ging er systematisch vor und kategorisierte die fehlerhaften Geräte. Dabei stellte er fest, dass ein einziges Apple-Smartphone - ein iPhone 5 - im Gebäude war, das keine Schäden davon getragen hat. Alle anderen iPhones - 6 und höher - sowie die Apple Watches waren betroffen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem iPhone 5 und iPhones der neueren Generationen ist die Clock, also die Echtzeituhr, die den Takt des Prozessors vorgibt. Während die älteren iPhones auf herkömmlichen Uhrenquarz setzen, kommt bei neueren iPhones ein MEMS-Oszillator als Taktgeber zum Einsatz. Konkret verwendet Apple für seine iPhones einen MEMS-Oszillator von SiTime - den SiT512.

Um den Fehler zu reproduzieren, hat iFixit ein iPhone in ein Plastiksackerl gepackt und mit Helium gefüllt. Nach einiger Zeit hat sich gezeigt, dass das Smartphone nicht mehr richtig funktioniert und ähnliche Symptome aufweist, wie diejenigen, die Wooldridge beschrieben hat. Die Ursache des Fehlers war gefunden.

Das Helium war's

Ein Blick in die iPhone- und Apple Watch-Bedienungsanleitung bestätigt dies. Dort wird darauf hingewiesen, dass iPhones beschädigt werden können, wenn sie Gase wie Helium ausgesetzt werden. Es wird geraten, das betroffene Gerät nicht an eine Stromquelle anzuschließen und es mindestens eine Woche lang liegen zu lassen. Wenn sich das Helium aus dem Gerät verflüchtigt hat, sollte das iPhone wieder funktionieren.

iFixit hat dann noch zusätzlich bei einem Hersteller von MEMS-Oszillatoren nachgefragt. Auch dort wurde bestätigt, dass Helium-Moleküle klein genug sind, um direkt in die Oszillatoren zu gelangen. Dort würden sie den Hohlraumdruck erhöhen, was zu Fehlfunktionen führen kann.