© Thomas Prenner

Keynote
05/18/2016

Google startet I/O mit Chatbots und Virtual Reality

Googles Entwicklerkonferenz I/O findet diese Woche nahe der Firmenzentrale in Mountain View statt. Eröffnet wurde sie von CEO Sundar Pichai.

von Thomas Prenner

Am Mittwochabend startete Googles wichtigstes Event des Jahres. Erstmals richtet der Konzern die I/O, die Mittwoch bis Freitag stattfindet, in Mountain View aus, unweit der Firmenzentrale. Der Veranstaltungsort ist das Shoreline Amphitheatre, das ansonsten zumeist für Konzerte mit mehreren zehntausend Menschen genutzt wird.

Eröffnet wurde die Keynote von Google-CEO Sundar Pichai. Laut dem Google-Chef ist es die bislang größte I/O mit 7000 Teilnehmern. Dazu kommen noch zahlreiche Google-Mitarbeiter und Entwickler.

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I/O

Google I/O

Google I/O

People take selfies before the start of the keynot…

People rush to their seats after the gates opened …

Pichai betonte zu Beginn, wie sehr die Nutzung von Smartphones nach wie vor ansteigt. 50 Prozent aller Suchanfragen kommen laut Pichai mittlerweile von Mobilgeräten. Auch Spracherkennung wird immer wichtiger: 20 Prozent aller Suchanfragen in den USA werden laut Pichai nicht per Text, sondern per Sprache getätigt.

Google Assistant

In diesem Zusammenhang stellte der Konzern nun "Google Assistent" vor. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der Sprach- und Texterkennung. So soll der Computer besser den Kontext von Suchanfragen erkennen können und besser verstehen, was der Nutzer erfragen will. Pichai erklärt, dass der Nutzer eine Konversation mit Google führen kann. Fragt man etwa nach einem Film, bekommt man zuerst eine Bewertung und kann Google daraufhin direkt auffordern, Tickets dafür zu kaufen.

Der Assistent ist einer der zentralen Punkte von Googles Neuvorstellungen. So ist er einerseits in den smarten Lautsprecher Home integriert, gleichzeitig aber auch in die Chat-App Allo.

Bei Google Home handelt es sich um eine vernetzte Box, die mit Sprachsteuerung ausgestattet ist. Das Konzept ist dem von Amazon Echo sehr ähnlich. Nutzer können natürlich per Sprache auch Suchanfragen an die Box stellen. Gleichzeitig soll sich die Box nahtlos in Smart-Home-Systeme integrieren. Home soll im Laufe des Jahres in den USA auf den Markt kommen.

Messaging-App Google Allo

Im Rahmen der I/O hat Google eine neue Messaging-App gezeigt. Wie schon beim smarten Lautsprecher soll auch bei Allo der Google Assistent im Vordergrund stehen. Der Assistent hilft, Nachrichten schneller zu beantworten.

So schlägt die App automatisch Antworten auf Fragen vor, die einem per Chat gestellt werden. Ähnliches gibt es auch schon bei Googles E-Mail-Oberfläche Inbox. Auch Chatbots werden unterstützt. Gezeigt wurde darüber hinaus auch die neue Videotelefonie-App Duo.

Neues zu Android

Im Rahmen der I/O gab es auch Neues zur zukünftigen Android Version N. Im Unterschied zu den früheren Jahren hat Google bereits vor der I/O im Frühjahr eine Vorabversion veröffentlicht.

Wofür das “N” steht will Google heuer von den Nutzern wissen. So sollen Android-Fans online Vorschläge abgeben, wie Google das kommende Android nennen soll.

Auch die Update-Funktion wurde überarbeitet. Systemupdates sollen so im Hintergrund ablaufen, dass der Nutzer es gar nicht bemerkt. Besonders Sicherheitsupdates dürften so in Zukunft rascher und flächendeckender ausgeliefert werden können.

Google hat am Mittwochabend außerdem eine neue Beta von Android N veröffentlicht. Sie wird per Over-the-Air-Update an die Geräte ausgeliefert. Wer an dem Programm teilnehmen möchte bzw. die Beta testen will, kann sich hier dafür anmelden.

Virtual Reality: Daydream

Auch im Bereich Virtual Reality gab es neues zu vermelden. Google stellte mit Daydream eine neue, offene Plattform für Mobile Virtual Reality vor, die in Android N eingebettet sein wird. Daydream soll alle Virtual-Reality-Aspekte vereinen und auch Endgeräte kennzeichnen, die für Virtual-Reality-Anwendungen geeignet sind. Erfüllt ein Smartphone bestimmte Hard- und Software-Anforderungen, kann es die Bezeichnung “Daydream-Ready” tragen.

Google bringt außerdem ein Referenz-Design für Virtual-Reality-Headsets. Verschiedene Hersteller arbeiten schon an Geräten, die dann ebenfalls die Daydream-Kennzeichnung tragen werden. Erste Endgeräte sollen im Herbst auf den Markt kommen. Auch für Controller hat Google ein Design entwickelt, auf das Hardware-Hersteller aufbauen können. Entsprechende Geräte sollen ebenfalls im Herbst auf den Markt kommen.

Um Virtual Reality nutzen zu können, muss es natürlich auch entsprechende Inhalte geben. Verschiedene Apps wie YouTube, StreetView oder Photos werden demnach ebenfalls in Daydream integriert werden und verstärkte VR-Funktionen bieten.

Android Wear 2.0

Google hat im Rahmen der I/O-Keynote auch das bislang größte Update für die Wearable-Plattform Android Wear vorgestellt. Android Wear 2.0 bietet zahlreiche Neuerung. So können Watchfaces nun Informationen aus fremden Apps anzeigen. So können Nutzer ihre Watchfaces individueller anpassen können und immer die Informationen angezeigt bekommen, die sie gerade brauchen.

Mit Android Wear 2.0 ist es außerdem nun auch möglich, handschriftlich Text einzugeben, indem man ihn einfach auf dem Touchscreen schreibt. Bislang konnte man Texte lediglich per Spracherkennung diktieren.

Das neue Android Wear unterstützt außerdem erstmals Standalone-Apps. So kann man etwa Musik via WLAN direkt aus dem Netz streamen, ohne, dass man mit einem Smartphone verbunden ist.

Entwickler können ab sofort eine Vorab-Version von Android Wear 2.0 herunterladen, eine finale Version soll im Herbst kommen.

Android Studio, Firebase und Instant Apps

Die Entwickler-Software Android Studio wurde ebenfalls überarbeitet. Android Studio 2.2 Preview erlaubt es Entwicklern, komfortabler zu arbeiten. So wurde das Tool so optimiert, dass man nun auch verschiedene Displaygrößen besser simulieren kann. Außerdem wurde die Software an mehreren Stellen deutlich beschleunigt. Auch die Entwickler-Software Firebase kommt nun in einer völlig neuen Version.

Google hat auch Instant Apps präsentiert. Dabei können Apps ausgeführt werden, ohne sie vorher zu installieren. Um das zu ermöglichen, müssen Apps in verschiedene Module gesplittet werden. Android holt sich dann nur den Teil, den es für den konkreten Anwendungsfall braucht.

Als Beispiel wurde etwa eine Park-App genannt. Wenn man in einer fremden Stadt schnell die Parkgebühr mit seinem Handy entrichten will, muss man die entsprechende App nicht mehr völlig herunterladen und installieren. Stattdessen berührt man an der Parkuhr nur einen NFC-Chip und die Instant App wird sofort gestartet.