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02.12.2014

Neato Botvac 85 im Test: Sturer Staubsaugerroboter

Der Staubsaugerroboter Neato Botvac 85 hinterlässt im Test ein sauberes Ergebnis, erfolglos konfrontierte Hindernisse versucht er jedoch immer wieder zu bewältigen.

Das kalifornische Unternehmen Neato stellt seit 2010 Staubsaugerroboter her und hat es in diesem Segment bereits zu einiger Bekanntheit gebracht. Der Neato Botvac 85 ist das aktuelle Topmodell. Punkten soll das Gerät mit starker Saugleistung, einer eigenwilligen Form und Laser-Sensoren. Die futurezone hat den Botvac 85 getestet.

Neato Botvac 85 in Bildern

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Aussehen

Während andere Staubsaugerroboter meist in runder oder annähernd runder Form auftreten, weist der Neato Botvac 85 eine rechteckige Front und ein rundes Heck auf. Unterhalb der Front sitzt eine Bürstenwalze und der Staubeinlass. Auf einer Seite rotiert eine relativ kleine Seitenbürste. Das Gehäuse ist in mattem Weiß gehalten.

Am Heck der Neato-Roboter ragen typischerweise runde, farbige Körper aus dem Roboter-Gehäuse. Diese beherbergen den Laser-Scanner. Beim Botvac 85 ist dieser Teil in Blau gehalten. Direkt daneben liegt ein kleines Farbdisplay mit vier in die Oberfläche eingelassenen Tasten. An der Front befinden sich zwei große Tasten für reguläre und Spot-Reinigung.

Zwischen Fronttasten und Laser-Scheibe erkennt man eine große Klappe. Darunter sitzt der Staubbehälter sowie der Ein/Aus-Schalter für den Roboter. Den Ladeanschluss findet man am Heck in Form von zwei Metallstreben, die den Abluftgrill einrahmen.

Technik

Durch die rechteckige Gestaltung der Front und die Unterbringung des Saugeinlasses darunter weist der Botvac 85 eine besonders breite Reinigungsfläche auf. Die Bürstenwalze über dem Saugeinlass deckt 28 Zentimeter Breite ab. Die Gesamtbreite von 33,5 Zentimeter entspricht dennoch üblichen Maßen für Staubsaugerroboter.

Im Geräteinneren wird der Staub in einem 0,7 Liter großen Staubbehälter festgehalten. Die Abluft wird mit einem Mikrofilter-System gereinigt, das speziell für Allergiker geeignet sein soll. Mit einer Akkuladung kommt der Staubsauger eineinhalb Stunden aus. Neben dem Lasersensor auf dem Dach besitzt der Botvac 85 einen Stoßsensor in Form einer flexiblen Stoßstange vorne und einen Abgrundsensor auf der Unterseite.

Über das Display auf der Oberseite können Reinigungszeiten vorprogrammiert werden. Dabei lassen sich für jeden Tag der Woche eigene Termine festlegen. Mit dem Nutzer kommuniziert der Roboter über Pieps-Signale. Dazu erscheint eine Beschreibung des jeweiligen Vorgangs/Problems auf dem Display.

Die Ladestation des Botvac 85 ist ein halbwegs dezenter weißer Balken, der zwei flexible Ladebalken aufweist. Der Roboter parkt rückwärts ein, bis die Ladebalken die Stromabnehmer am Heck berühren.

Praxiserfahrungen

Mit einem Druck auf die Basisreinigungstaste auf der Geräteoberseite setzt sich der Botvac 85 in Gang und beginnt, den Raum in Bahnen zu durchstreifen. Der Roboter widmet sich dabei anfänglich eher den Randbereichen des Raumes. Die Reinigung läuft zügig ab. Auffällig ist die sanfte Behandlung des Mobiliars. Staub und Schmutz wird gründlich eingesaugt.

Mit Hindernissen hat der Botvac allerdings schnell Probleme. Ein Kabelsalat zuviel unter den Rädern, ein am Boden liegendes T-Shirt, das teilweise eingesaugt wird oder ein Schnürsenkel, der sich um die Seitenwalze wickelt, und der Roboter kommt zum Stillstand. Ein Pieps ertönt, der Saugmotor wird abgestellt. Reagiert der Besitzer dann ein paar Minuten lang nicht auf diesen Zustand, wird das Jammern vehementer. Dauerpiepsen setzt ein. Das Display verrät, wo das Problem liegt.

Befreit man den Botvac 85 aus seiner misslichen Lage, kann die Reinigung mit einem Knopfdruck fortgesetzt werden. Dabei fällt auf, dass es der Roboter liebt, seine Misserfolge durch sofortige Neuanläufe auf die Problemzonen zu überwinden. Diese Sturheit wird manchmal mit der Überwindung der Stelle belohnt, die der Roboter zuvor nicht bewältigen konnte. Manchmal jedoch fährt sich der Roboter sofort wieder an derselben Stelle fest, die ihm zuvor zum Verhängnis geworden war, was den erneut herbeieilenden Besitzer höchstwahrscheinlich ein wenig nervt.

Stubenhocker

Obwohl der Roboter Kabelstränge und Lampensockel erklimmt, zieht er es dennoch vor, innerhalb eines Raumes zu bleiben und keine schräge, ungefähr zwei Zentimeter hohe Schwelle zu überwinden, um in den nächsten Raum zu gelangen. Die rückseitige Platzierung des Luftauslasses führt dazu, dass Staubbällchen über den Boden geschossen werden, wenn sich der Roboter dreht. Am Ende des Reinigungsvorganges findet man jedenfalls keines der Flugobjekte mehr.

Die Reinigung des Roboters verläuft äußerst einfach. Mit dem Öffnen des obenliegenden Staubfachdeckels hält man den Behälter bereits in der Hand. Dieser ist fix mit dem Deckel verbunden. Zum Entleeren muss man nur noch den rechteckigen Filter von der Öffnung des Staubbehälters ziehen. Zur Reinigung der Bürstenwalze gibt es keine zusätzlichen Instrumente. Im Lieferumfang enthalten sind eine zusätzliche Bürstenwalze (Anti-Allergie und Tierhaare) und zwei Ersatz-Staubfilter.

Fazit und Preis

Der Neato Botvac 85 erweist sich als zuverlässiger, gut reinigender Haushaltshelfer, der ein wenig Betreuung verlangt. Er reinigt wann er soll und was er soll und lässt Möbelstücke durch Lasernavigation und sanften Umgang meist unverrückt. Ein wenig mehr Vorsicht bei der Überquerung von Kabeln wäre wünschenswert, außerdem ein wenig mehr Mut beim Erklimmen von Schwellen.

Manchen Anwendern wird eventuell eine Fernbedienung für den Botvac 85 fehlen. Um etwa vom normalen Reinigungsmodus auf Spotreinigung umzuschalten, muss man dem Roboter hinterherjagen oder ihn zur entsprechenden Stelle tragen. Eine Fernbedienung könnte dabei für ein wenig mehr Komfort sorgen. Für die meisten Anwender wird jedoch die Saugleistung im Vordergrund stehen - und die lässt sich sehen.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 599 Euro liegt der Neato Botvac 85 im höheren Segment für Staubsaugerroboter. Die Preise am Markt bewegen sich im oberen Mittelfeld. Wer es eine Stufe günstiger haben will, kann auch zu den Neato-Modellen Botvac 75 und Botvac 70e, die dem Botvac 85 in ihren Leistungsumfängen nur marginal nachstehen, greifen.