Produkte 20.03.2018

Philips: Breitband per Lichtstrahlen ersetzt WLAN

© Bild: Philips Lighting

Internetanbindung über LED-Leuchten statt herkömmlichem WLAN. Der Konzern testet die Technologie erstmals in einem Büro.

Der niederländische Konzern Philips Lighting will eine völlig neuartige Internetanbindung abseits von Funk-basiertem WLAN etablieren. Arbeitsplätze in Büros können künftig über LED-Lichtstrahlen mit Breitband versorgt werden. Die Technologie LiFi (Light Fidelity) verspricht 30 Mb/s Geschwindigkeit beim Downstream und soll stabiler und sicherer als überlastete WLAN-Netzwerke sein. Als erste Firma konnte die französische Investorengruppe Icade als Kunde gewonnen werden.

Breitband über Licht

Die Technologie soll zunächst in Büroumgebungen eingesetzt werden. Die speziellen LED-Leuchten haben ein Modem integriert, das die Lichtwellen so moduliert, dass sie Breitband-Internet auf dem beleuchteten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Da Philips eigenen Angaben zufolge die erste große Beleuchtungsfirma ist, welche die Technologie am Markt anbietet, ist derzeit noch ein externer USB-Dongle notwendig, um Daten zu empfangen und mittels Infrarot auch wieder zurückzuschicken. Künftig sollen LiFi-Chips in Geräten integriert werden.

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Über LiFi sollen WLAN-Netzwerke ersetzt oder zumindest entlastet werden, die durch die begrenzten Funkfrequenzen schnell an ihre Grenzen geraten können. Auch an Orten mit viel elektromagnetischer Strahlung oder abschirmenden Wänden könnten Breitband-Leuchten künftig als stabile, und wie Philips behauptet, sichere Internetquelle dienen. Durch die gut regelbare Streuung des Lichts kann der Internet- und Netzwerkzugang örtlich gut begrenzt werden.

Spektrum 10.000 mal so groß

Auch zu viele Geräte, die sich über LiFi ins Netz einloggen, sollten für die Internetanbindung kein Problem sein. Denn das vom Licht verwendete Spektrum ist laut Philips 10.000 mal so groß wie bei herkömmlichen WLAN-Funktechnologien. Inwiefern diese Technologie sich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Diverse Firmen forschen in dem Bereich. Auch Philips hatte erst im vergangenen Jahr eine kleine französische LiFi-Firma namens Luciom aufgekauft und in den Konzern integriert.

Erst vor wenigen Tagen hatte Philips Lighting zudem bekanntgegeben, dass die Konzernsparte sich auf den Namen "Signify" umtaufe. Die LiFi-Technologie könnte in Zukunft auch eine wichtige Rolle spielen, um das Internet der Dinge, also die Anbindung von Objekten und smarten Geräten ans Netzwerk zu realisieren, und bestehende WLAN-Verbindungen zu schonen.

( futurezone ) Erstellt am 20.03.2018