Samsung-Präsident J.K. Shin mit dem Galaxy Edge+ (l.) und Galaxy Note 5.

© Andrew Kelly, Reuters

Samsung Galaxy Note 5 und Galaxy S6 Edge+ vorgestellt
08/13/2015

Samsung Galaxy Note 5 und Galaxy S6 Edge+ vorgestellt

Samsung enthüllte seine neuen Phablet-Flaggschiffe in New York. Die beiden Smartphones setzen auf die nahezu gleiche Hardware, unterscheiden sich aber in den Details.

"Niemand wird Smartphones kaufen, die man nicht mit einer Hand halten kann." Mit dieser Aussage hat sich Apple-Gründer Steve Jobs 2010 bitter getäuscht. Nur ein Jahr später legte Konkurrent Samsung mit der Galaxy-Note-Reihe den Grundstein für das rasante Wachstum der Smartphone-Displays. Heute sind Smartphones mit fünf bis 5,2 Zoll die Norm, auch bei Samsungs Flaggschiff-Modellen Galaxy S6 und S6 Edge. Doch manchen Nutzern ist das nicht groß genug. Samsung hat nun reagiert und zwei neue Smartphones mit großem Bildschirm, das Galaxy Note 5 und das Galaxy S6+, vorgestellt.

Vor allem die neue Variante des Galaxy S6 soll die zuletzt abflauenden Verkaufszahlen wieder ankurbeln. Das High-End-Gerät mit gebogenem 5,7-Zoll-Bildschirm soll vor allem jene Smartphone-Nutzer anlocken, die stets auf die neuesten technischen Spielereien setzen. Diese Rolle nahm bisher das Galaxy Note 5 ein, das nun eine untergeordnete Rolle in Samsungs Strategie spielt. Der Konzern dürfte sich hier vor allem Apple als Vorbild genommen haben. Mit dem iPhone 6 Plus bietet der Konzern erstmals eine größere Variante seines Flaggschiffs an, die Verkaufszahlen sprechen für sich.

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(Fast) gleiche Hardware

Große Überraschungen gibt es nicht, die technischen Daten waren im Laufe der vergangenen Wochen nahezu vollständig durchgesickert. So war bereits relativ früh bekannt, dass beide Smartphones auf einen 5,7 Zoll großen Super-AMOLED-Bildschirm setzen werden. Der einzige wahre Unterschied: Der Bildschirm des S6 Edge+ ist an der linken und rechten Seite gebogen, jener des Note 5 bleibt flach. Die Stift-Eingabe bleibt aber dem Note 5 vorbehalten, dessen S Pen durch Hineindrücken herausspringt.

Die restlichen technischen Daten sind bei beiden Modellen ident. So setzen beide Bildschirme auf QHD-Auflösung (2560 mal 1440 Bildpunkte), kratzfestes Gorilla Glass 4 und die Super-AMOLED-Technologie. Zudem wird Samsungs Octacore-Chip Exynos 7420 verbaut, der bereits im Samsung Galaxy S6 und dem S6 Edge zu finden ist. Unterstützt wird dieser von insgesamt vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Hauptkamera löst mit 16 Megapixel auf und soll dank einem optischen Bildstabilisator auch leichte Wackler ausgleichen. Die Frontkamera ist mit 5 Megapixeln gut für Selfie-Aufnahmen geeignet.

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Speicher und Akku fix

Die einzige Schwachstelle auf dem Papier ist der Akku, der mit 3.000 mAh etwas knapp bemessen ist. Das Galaxy Note 4 war noch mit einem 3.220-mAh-Akku ausgestattet und konnte mit guter Laufzeit punkten. Laut Samsung soll der neue Samsung-Chip aber den Verlust der Akku-Kapazität ausgleichen. Auf dem Papier beträgt die Sprechzeit (3G) nun 21 statt 20 Stunden.

Optisch ändert sich beim Note 5 einiges, es setzt nun auf Glas- statt Leder-Optik. Das Gehäuse wird von einem etwas breiteren Metallrahmen umgeben, der optisch dem Samsung Galaxy S6 ähnelt. Die Kamera steht weiter hervor - der neue, flache Kamerasensor, der kürzlich von Samsung entwickelt wurde, kommt hier noch nicht zum Einsatz. Die Rückseite wird von Glas geschützt und ist am rechten und linken Rand abgerundet. Leider lässt sie sich, im Gegensatz zum Vorgänger, nicht mehr abnehmen, sodass der Akku fix verbaut bleibt. Auch ein microSD-Kartenslot, mit der der Speicher erweitert werden könnte, fehlt dieses Mal.

Mit Zubehör zum BlackBerry

Die fehlenden Funktionen dürften für Diskussionen sorgen. Die Galaxy-Note-Reihe richtete sich stets an die sogenannten "Power-Nutzer", die derartige Zusatzfunktionen fordern und auch bereit sind, dafür einen etwas höheren Preis zu bezahlen. Damit ist LG der einzige verbleibende Hersteller, der mit dem G4 bei einem High-End-Smartphone derartige Freiheiten (Speichererweiterung per microSD-Karte und Tauschen des Akkus) bietet. Beim S6 Edge+ fehlen diese Funktionen ebenfalls.

Eine etwas schräge Erweiterung bietet Samsung für das S6 Edge+ an. Eine auf dem Display fixierbare Tastatur verwandelt das Smartphone in einen BlackBerry. Der Nutzer hat so eine komplette QWERTZ-Tastatur mit Nummer- und Symboltasten zur Verfügung, mit der er wie bei einem klassischen Handy tippen kann. Über das verbesserte "People Edge" vom Edge-Bildschirm können Nutzer zudem noch schneller als bisher ihre voreingestellten Kontakte finden und ihnen Nachrichten schicken.

 

Günstigere Konkurrenz aus China

Samsung hofft, mit dem Galaxy S6 Edge+ die Trendwende zu schaffen. Obwohl sich das S6 und das S6 Edge besser verkaufen als der Vorgänger, bleiben die Ergebnisse des südkoreanischen Konzerns hinter den Erwartungen zurück. Schlimmer noch, durch die zunehmende Konkurrenz aus China schrumpft der Marktanteil des Marktführers langsam, aber stetig. Unternehmen wie Xiaomi oder OnePlus bieten High-End-Smartphones zu Kampfpreisen an, weil sie auf hohe Marketingausgaben verzichten. Auch große Konzerne wie Huawei, Acer und Lenovo stehlen Samsung mit billigeren Geräten die Show. Zudem wagen sie nun auch den Schritt ins Ausland und expandieren mit eigenen Marken wie Honor (Huawei), Nubia (ZTE) und Motorola (Lenovo) in Richtung Westen.

Verfügbarkeit und Preis

Trotz der angekündigten Preisreduktion für das Galaxy S6 hält Samsung an seinem Kurs fest. Das Note 5 und das S6 Edge+ werden wohl die bislang teuersten Samsung-Smartphones aller Zeiten sein. Das Samsung Galaxy S6 edge+ ist in Österreich ab 4. September 2015 in den Farbvarianten Black Sapphire und Gold Platinum jeweils in der Speichervariante 32 GB um 799 Euro (UVP) erhältlich. Eine Vorbestellung ist ab sofort online und in ausgewählten Shops möglich.