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02/12/2020

So schlägt sich das Samsung Galaxy S20 im Kurztest

Die neuen Spitzengeräte setzen auf Innovationen bei Kamera und Display. Aber was bringen diese Neuerungen?

von Florian Christof

Vergleicht man die Galaxy-S10-Geräte, die vor einem Jahr präsentiert wurden, mit den aktuellen Galaxy-S20-Geräten, wird man die Unterschiede vor allem bei der Kamera und dem Display feststellen. Ansonsten gibt es hauptsächlich kleinere Neuerungen im Bereich des Akkus, Designs und den Netzwerkverbindungen, sprich 5G.

Nimmt man eines der S20-Smartphones zum ersten Mal in die Hand, ist kein großer Fortschritt erkennbar. Das Design ist eine Mischung aus Samsung Galaxy Note 10, iPhone 11 und dem Google Pixel 4. Die Frontseite mit dem kleinen, zentralen Kameraloch ist quasi ident zum Note 10, das im Sommer 2019 präsentiert wurde - hier im futurezone-Test.

Erfrischend bei den S20-Geräten ist, dass sie nicht mehr das Spiel des Waterfall-Displays mitspielen. Soll heißen: Der Screen ist an den seitlichen Rändern zwar leicht abgeschrägt, der Bildschirm zieht sich allerdings nicht wirklich über die Ränder. Mag sein, dass ein solcher Waterfall- oder Edge-Bildschirm optisch ansprechend ist, im Alltagsgebrauch gibt es dadurch jedoch zahlreiche, unabsichtliche Bildschirmberührungen.

Auf diese Weise liegen die S20-Geräte bestens in der Hand. Man kann die neuen Galaxy-Smartphones richtig anpacken, ohne dabei stets Angst haben zu müssen, unabsichtlich etwa eine App zu starten.

Die verschiedenen Größen 

Das Standardmodell Galaxy S20 hat eine Display-Größe von 6,2 Zoll und ein relativ niedriges Gewicht von 163 Gramm. Das Galaxy S20+ kommt mit 6,7 Zoll großem Screen und einem Gewicht 186 Gramm, womit es etwas leichter ist, als die Vorgängerversion.

Das Galaxy S20 Ultra hat einen relativ großen 6,9-Zoll-Bildschirm und ein recht hohes Gewicht von 220 Gramm. Auch, wenn man mit dem riesigen Display umgehen kann, ist das Gewicht bereits an der Grenze des Erträglichen. Mit einer Stärke von 8,8 Millimeter ist das S20 Ultra auch um genau einen Millimeter dicker als die anderen S20-Geräte. Der Grund hierfür liegt laut Samsung vor allem im Akku und in der Periskop-Kamera.

Die Kamera

Die Kameraanordnung auf der Rückseite erinnert an das Kamera-Setup des iPhone 11 und noch mehr an das Google Pixel 4. Auf einer rechteckigen Fläche, die sich etwas vom Gehäuse abhebt, sind die vier beziehungsweise drei Kameralinsen der S20-Geräte untergebracht. Im Gegensatz zu den Vorgängergeräten hebt sich die rückseitige Kamera bei den S20-Smartphones deutlich mehr ab, was Samsung mit den höherwertigen Objektiven erklärt.

Probiert man die Kameras aus, wird man feststellen, dass unter halbwegs guten Lichtbedingungen die Fotos wirklich gut aussehen. Hier gibt es wirklich nichts auszusetzen.

100-facher Space Zoom

Experimentiert man ein wenig mit den vollmundig beworbenen Zoom-Funktionen, sieht die Sache schon etwas anders aus: 100-facher Space Zoom, heißt das in der Sprache von Samsung. Verfügbar ist diese Zoom-Funktion lediglich beim Topmodell Samsung Galaxy S20 Ultra, bei dem die 108 MP Kamera die starke Vergrößerung ermöglicht.

Was wie ein bahnbrechender Fortschritt klingt, stellt sich in der Realität allerdings als herkömmlicher Digital-Zoom unter Zuhilfenahme von Foto-Algorithmen heraus. Dementsprechend unscharf ist dann auch das Resultat: Auf den stark vergrößerten Fotos war das Motiv nur mehr schwer zu erkennen.

Einerseits ist es mit der freien Hand quasi unmöglich, das Smartphone derart ruhig zu halten. Nutzt man ein Stativ, ist das Ergebnis besser, allerdings auch stark verpixelt. Neben dem 100-fachen Zoom, kann man sich beim S20 Ultra auch für 30-, 10-, 4- und 2-fachem Zoom entscheiden. Klar: Je niedriger die Vergrößerung, desto besser das Ergebnis. Wirklich gut funktioniert der Zoom bis zur 4-fachen Vergrößerung, weil bis dorthin die Periskop-Linse einen quasi optischen Zoom gewährleistet.

Usability des Zoom gut gelöst

Gut gelöst hat Samsung die Bedienung der Zoom-Funktionen: Im oberen rechten Eck des Bildschirms wird das Gesamtbild, das die Kamera sieht, angezeigt. Mithilfe eine Fadenkreuz-ähnlichen Suchers sieht der Nutzer, welcher Bildausschnitt gerade ausgewählt ist. Auf diese Weise kann man sich auch mit der starken Vergrößerung recht einfach orientieren.

Ein besseres Ergebnis konnte beim Kurztest durch eine Vergrößerung des Fotos im Nachhinein erzielt werden. Nimmt man einfach ein Bild mit der vollen Auflösung von 108 MP auf und sucht sich erst anschließend einen Bildausschnitt, wirkte die Fotoqualität besser, als wenn man dasselbe Bild gleich mit der 100-fachen Vergrößerung aufgenommen hat.

Die 64 MP Kamera des S20 und des S20+ ermöglicht keinen 100-fachen Zoom. Hier ist ein 30-fache Zoom möglich. Das Ergebnis ist ähnlich: Je größer die Vergrößerung, desto schlechter das Foto. Der Nachtmodus konnte bei dem Kurztest leider nicht ausprobiert werden. Ebenso wenig der Night-Hyperlapse-Mode.

Flüssiger 120 Hz Bildschirm

Standardmäßig ist bei den AMOLED-Displays der S20-Geräte eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz eingestellt. In den Display-Einstellungen lässt sich aber auch die doppelte Frequenz einstellen.

Nutzt man die 120 Hz Bildwiederholfrequenz, zeigt sich schnell eine wesentlich bessere Darstellung beim Scrollen und von bewegten Bildern. Wie sich schon bei Konkurrenzmodellen gezeigt hat, ist die erhöhte Bildwiederholfrequenz eine deutliche Verbesserung.

Dass sich die 120 Hz negativ auf die Akku-Dauer auswirken, ist klar. Darauf angesprochen, hatten die Verantwortlichen von Samsung nur ausweichende Antworten parat: Man habe keine Zahlen und wisse daher nicht genau, inwieweit die 120 Hz die Akku-Dauer verkürzen. Wir werden jedenfalls versuchen beim ausführlichen Test, eine Antwort zu liefern.

Fazit des Kurztests

Mit den Galaxy-S20-Geräten liefert Samsung eine würdige, neue Generation seiner Galaxy-S-Flaggschiffe. In Sachen Design wirken die neuen Geräte gleichermaßen modern, zeitgemäß aber auch praktikabel. Wirklich positiv aufgefallen ist der 120 Hz Bildschirm. Die Darstellung wirkt dadurch wesentlich besser und weit weniger ruckelig.

Auch die Kamera braucht sich dem ersten Kurztest zufolge nicht hinter den Smartphones von Huawei, Xiaomi, Apple und Google verstecken. Ganz im Gegenteil: Es wirkt so, als könnte Samsung mit der neuen Kamera mit der Konkurrenz gleichziehen beziehungsweise sogar etwas vorlegen.

Die Ankündigungen in Sachen 100-fachem "Space Zoom" sind allerdings etwas übertrieben. Jeder der ein wenig Ahnung hat, wie die Digitalkameras funktionieren, weiß, dass man genauso gut 200-facher oder gar 500-facher Zoom draufschreiben könnte. Es ist und bleibt eine digitale Vergrößerung des Bildausschnitts, wenngleich die hohe Auflösung von 108 MP das Ergebnis erträglicher macht.

Preise in Österreich

Samsung Galaxy S20 4G: 899 Euro
Samsung Galaxy S20 5G: 999 Euro
Samsung Galaxy
S20+ 4G: 999 Euro
Samsung Galaxy
S20+ 5G: 1099 Euro
Samsung Galaxy
S20+ 5G mit 512 GB: 1249 Euro
Samsung Galaxy
S20 Ultra 5G: 1349 Euro
Samsung Galaxy
S20 Ultra 5G mit 512 GB: 1549 Euro

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