Mastodon als Twitter-Alternative

© Lisi Niesner/Reuters

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So geht’s: Twitter-Freunde auf Mastodon wiederfinden

Seit Elon Musk Ende Oktober Twitter gekauft hat, sehen sich viele Menschen nach Alternativen um. Eine dieser Alternativen ist Mastodon. Als Teil des „Fediverse“ handelt es sich bei Mastodon um eine dezentrale Twitter-Alternative, bei der man mehr als 280 Zeichen Platz für Textnachrichten hat. Es gibt dort außerdem keinen Algorithmus, der die Reihenfolge der angezeigten Nachrichten festlegt. Zudem ist die Plattform werbefrei. Weitere Informationen zu Mastodon findet ihr in unserem Q&A-Artikel.

Damit sich Twitter-Nutzer*innen auf Mastodon aber wirklich wohl fühlen können, müssen sie ihre Community mitnehmen können, oder zumindest ihre bisherigen Twitter-Freunde dort wiederfinden.  Dafür gibt es Hilfsprogramme, die diesen Prozess unterstützen. Diese heißen Debirdify (von Manuel Eber) und FediFinder (von Luca Hammer). Beide Tools assistieren bei der Suche nach seinen Twitter-Freunden und funktionieren ähnlich.

Wir erklären euch nun Schritt für Schritt mit dem Tool FediFinder, wie ihr jene Accounts, denen ihr auf Twitter folgt, auf Mastodon wiederfindet. FediFinder wird von Hammer als Open Source zur Verfügung gestellt. Der Source-Code ist auf Github zu finden.

Wenn ihr auf diesen Knopf drückt autorisiert ihr das FediFinder-Tool, sich auf eurem Twitter-Konto umsehen zu dürfen

So geht’s

  • Wenn euer Mastodon-Account von anderen Twitter-Nutzer*innen gefunden werden soll, müsst ihr den Account-Namen mit @ auf Twitter in eurem Profil eintragen. Nur so können Mastodon-Accounts mit dem Tool gefunden werden.
  • Als nächstes besucht ihr die Website fedifinder.glitch.me und klickt auf „Authorize to Extract Handles“. Damit autorisiert ihr das Tool, in eurem Namen eurer Twitter-Profil zu durchsuchen.

Wenn ihr eure Twitter-Kontakte nach Mastodon-Namen durchsuchen wollt, stehen euch diese Optionen zur Verfügung

  • Wenn ihr euren Twitter-Account mit einem Mastodon-Namen befüllt habt, steht dieser nun ganz oben. Mit dem FediFinder-Tool könnt ihr nun in einem nächsten Schritt alle Account-Profile, die auf Twitter eingetragen worden sind, scannen.
  • Dazu habt ihr 3 Optionen: Entweder ihr scannt die Accounts, die euch folgen, denen ihr folgt, oder ihr ladet Profile von Listen. Am üblichsten ist es, seine eigenen Freunde und Bekannte, also jene Personen, denen ihr selbst folgt mitzunehmen. Dazu klickt ihr auf „Scan followings“.

 

So sieht es aus, wenn der Scan des Programms fertig ist

  • Jetzt startet das Tool den Scan-Vorgang und durchsucht, welche eurer Twitter-Freunde auf Mastodon sind und das eingetragen haben. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern, da Luca Hammer die Software nur auf einem Privatserver betreibt und man sich daher nicht die Geschwindigkeit erwarten darf, die man von großen Cloud-Servern gewohnt ist.
  • In meinem Fall wurden von 4157 Menschen, denen ich aktiv auf Twitter folge, 580 auf Mastodon wiedergefunden. Ich bekam die Meldung, dass sich das Programm bei 37 Accounts unsicher ist, weil es auch eine E-Mail-Adresse sein könnte. Nun werden mir in Folge die einzelnen Instanzen aufgelistet, auf denen sich die Accounts meiner Freunde befinden. Als Instanz wird ein Server bezeichnet, auf dem sich Mastodon-Nutzer*innen registriert haben.

 

Wenn ihr den grünen Knopf drückt, könnt ihr die .cvs-Datei mit der Liste auf eurem Rechner speichern.

  • An dieser Stelle habt ihr die Wahl: Ihr könnt die Liste der Menschen, denen ihr auf Twitter folgt, und die ihr auf Mastodon wiederfinden wollt, jetzt einzeln durchgehen und jedem einzeln mit einem Klick folgen, indem ihr auf „Follow XXX from XXX“ klickt.
  • Alternativ scrollt ihr bis ganz nach unten der Liste, um alle Accounts auf einmal zu exportieren. FediFinder bietet euch die Gelegenheit, alle Account-Daten auf einmal zu übertragen. Dazu drückt ihr auf den grünen Knopf mit dem Namen „Export fedfinder-accounts.csv“. Ihr speichert dann diese .csv-Datei auf eurem Rechner.
  • Als nächsten, optionalen Schritt empfehle ich an dieser Stelle ganz unten auf „Revoke App Permissions on Twitter“ zu klicken. Damit nehmt ihr dem FediFinder-Tool die Rechte, sich auf eurem Profil umzusehen, nämlich wieder weg.

In der Menüleiste links befindet sich der Punkt "Importieren und Exportieren".

  • Im Anschluss geht es direkt auf Mastodon weiter. Ihr loggt euch ein und geht auf „Einstellungen“.
  • Unter „Einstellungen“ findet ihr den Menüpunkt „Importieren und Exportieren“. Ihr klickt dort auf das Untermenü „Datenimport“.

Mit dem blauen Knopf könnt ihr eure .CVD-Datei auf Mastodon hochladen und eure Kontakte importieren

  • Dann werdet ihr nach der „Art des Imports“ gefragt. An dieser Stelle könnt ihr die „Folgeliste“ auswählen.
  • Unter dem Punkt „Daten“ ladet ihr im Anschluss eure FediFinder .cvs Datei rauf und klickt auf den blauen Knopf „hochladen“.
  • Wichtig ist an dieser Stelle, dass ihr als Auswahlmöglichkeit beim Datenmenü „Zusammenführen“ eingestellt habt, ansonsten wird eure aktuelle Liste an Personen, denen ihr auf Mastodon folgt, überschrieben.

Ihr habt es geschafft: Die Daten, die ihr ausgewählt habt, werden jetzt im Hintergrund verarbeitet und hochgeladen.

  • Mastodon bearbeitet die Dateien nun im Hintergrund und ihr könnt zu eurem Profil zurückkehren. Dort werdet ihr merken, dass die Zahl jener, denen ihr nun auf Mastodon folgt, nun gewachsen ist. Die meisten werden euch in Folge relativ rasch zurückfolgen, wenn ihre Twitter befreundet oder verknüpft seid.
  • Viel Freude mit euren Twitter-Freund*innen!
  • Ein letzter Tipp: Ihr solltet dies unbedingt machen, bevor ihr euren Twitter-Account deaktiviert oder löscht, aber auch, bevor Twitter stillgelegt wird (das steht derzeit aber nicht im Raum). Wenn euer Twitter-Account nicht mehr verfügbar ist, funktioniert auch die Mitnahme der Freund*innen-Listen nicht mehr.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Vortragende. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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