FILE PHOTO: Presentation of Volkswagen's electric ID.3 pre-production prototype car on the eve of the International Frankfurt Motor Show IAA in Frankfurt

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VW-Chef Diess warnt vor Wasserstoff-"Scheindebatte"

Dass Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess kein Fan von Wasserstoff als Antrieb für Fahrzeuge ist, hat er bereits mehrfach klargestellt. Nun hat sich Diess erneut vehement gegen Wasserstoff ausgesprochen und vor einer "Scheindebatte" gewarnt.

"Das Wasserstoff-Auto ist nachgewiesen NICHT die Klimalösung. Im Verkehr hat sich die Elektrifizierung durchgesetzt. Scheindebatten sind reine Zeitverschwendung. Bitte auf die Wissenschaft hören!", schrieb der Volkswagen-Chef auf Twitter.

Musk: "Diess hat recht"

Tesla-CEO Elon Musk pflichtet Diess bei. "Diess hat recht. Wasserstoff ist bei Autos eine unglaublich dumme Art der Energiespeicherung", schrieb Musk in einem Tweet. Laut dem Tesla-CEO sei Wasserstoff höchsten im Bereich der Raumfahrt eine Überlegung wert.

Diess bezieht seine Aussage auf eine aktuelle Studie, die vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erstellt wurde. Darin heißt es, dass Wasserstoff weder als massenhafter Antrieb für Autos als auch für Wärmepumpen in Gebäude nicht zukunftsfähig sei.

In den meisten Anwendungsfällen sei die direkte Nutzung von Elektrizität, allen voran bei batteriebetriebenen Fahrzeugen, wesentlich energieeffizienter und klimafreundlicher als Wasserstoff. Denn die Gewinnung von Wasserstoff und die anschließende Umwandlung in Elektrizität sei demnach wesentlich energieintensiver.

Wasserstoff herzustellen ist besonders energieintensiv

Laut der Studie, die im Wissenschaftsmagazin "Nature Climate Change" erschienen ist, benötigt man mit Wasserstoff 6- bis 14-mal so viel Energie beim Heizen von Gebäuden, als wenn man dasselbe Gebäude direkt mit Strom heizen würde. Bei Wasserstoffautos werde demnach 5-mal mehr Energie benötigt, als bei batteriebetriebenen E-Autos.

Der Volkswagen-Chef hat seinen Tweet, in dem er seine Ablehnung gegenüber Wasserstoff bekräftigt, an die deutsche Politik gerichtet. Seine Aufforderung auf die Wissenschaft zu hören, war konkret an den deutschen Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und den Verkehrsminister Andreas Scheuer sowie an die Kanzlerkandidaten der CDU und Grünen adressiert.

Deutscher Verkehrsminister reagiert

Der deutsche Verkehrsminister hat in einem Tweet auf Diess' Aussagen reagiert: "Ich halte die Konzentration auf nur EINE Antriebstechnologie für falsch", schreibt Scheuer. "Aus Klimasicht und als Exportweltmeister Deutschland Flag of Germany müssen wir bei ALLEN neuen Technologien weiter forschen und mit unseren Innovationen und Produkten die Welt versorgen", heißt es in einem Tweet des deutschen Verkehrsministers.

Bei Wasserstoff werde es für moderne Mobilität Innovationen geben. Es werde ein globaler Markt mit dem Energieträger Wasserstoff entstehen, so Scheuer weiter: "Die Automobilhersteller müssen bei H2 dranbleiben."

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