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14.03.2018

Welche Elektroautos man unter 35.000 Euro bekommt

Ein Überblick über aktuell in Österreich verfügbare, relativ günstige Elektroautos, ihre Qualitäten und Anschaffungskosten.

Wer beschließt, sich ein Elektroauto zu einem möglichst niedrigen Preis anschaffen zu wollen, hat momentan in Österreich nicht viel Auswahl. Wir haben uns angesehen, welche Fahrzeugmodelle für den Privatgebrauch man überhaupt unter 35.000 Euro bekommt und worin die Besonderheiten dieser Modelle liegen. Die Preise beziehen sich dabei auf Herstellerangaben, Händlerpreise liegen meist darunter. Zur leichteren Orientierung haben wir die Autos in drei Gattungen eingeteilt: Kleine Stadtflitzer, langstreckentaugliche Mittelklasse und transportfreudige Große. Wie man sehen wird, gibt es auch Überschneidungen. In den Preisangaben nicht inkludiert ist die staatliche Elektroautoförderung. Mehr Informationen dazu findet ihr weiter unten.

Kleine Stadtflitzer

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Citroen C-Zero: Der Prototyp eines kleinen Elektroautos für den urbanen Raum ist der Veteran in unserer Aufstellung. Das Modell wird seit 2009 produziert. Der Mitsubishi i-MiEV und der Peugeot iOn sind exakte Klone des C-Zero. Der iMiEV erlangte 2011 großen Ruhm in den Tagen nach dem Tsunami in Japan. Während es zu Treibstoff-Engpässen kam, fuhren Hilfskräfte mit dem i-MiEV durch zerstörte Städte. In Österreich ist das Fahrzeug nur als C-Zero und iOn erhältlich. Eckdaten: 4 Sitzplätze, 16-kWh-Batterie, Reichweite (laut NEFZ): 150 Kilometer, Motor: 49 kW (67 PS), Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h, Ladeanschlüsse: Typ 1 und Chademo, Garantie: 2 Jahre (Batterie 5 Jahre bzw. 100.000 Kilometer - was davon zuerst erreicht wird). Ladet man den C-Zero an der Haushaltssteckdose auf, dauert dies 6 bis 11 Stunden. Eine Schnellladung (bis 80 Prozent) dauert 30 Minuten. Mit  Der Einheitspreis für C-Zero und iOn beträgt 21.990 Euro.

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Kia Soul EV: Deutlich größer als der C-Zero, schrammt der Soul EV an der 35.000-Euro-Marke. Das Crossover-SUV ist bereits seit 2014 am Markt, seit Beginn des Jahres 2018 wird eine neue Version mit leicht vergrößerter Batterie (zuvor: 27 kWh) verkauft. Eckdaten: 5 Sitzplätze, 30 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 250 Kilometer, Motor: 81 kW (110 PS), Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h, Ladeanschluss: Typ 1 bzw. Chademo, Garantie: 7 Jahre/150.000 Kilometer. Preise: Die Basisvariante Soul EV AC kommt auf 33.290 Euro. Wie die Bezeichnung "AC" besagt, kann nur mit Wechselstrom, bis maximal 6,6 kW, geladen werden. Ein Vollladevorgang dauert mit dieser Leistung rund 5 Stunden. Das legt den Betrieb innerhalb von Städten nahe. Greift man zur Variante Soul EV AC/DC kann man auch schnell laden (per Chademo, max. 100 kW). Mit 50 kW Leistung ist die Batterie in 33 Minuten zu 80 Prozent gefüllt. Mit der AC/DC-Variante ist man auch auf Langstrecken gut unterwegs - der Preis für diese Variante beträgt jedoch 35.690 Euro und somit mehr als unser Preislimit. Egal zu welcher Variante man greift, man kann mit umfangreicher Basisausstattung rechnen.

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Renault Twizy: Das kleinste Elektroauto am Markt in Österreich ist ein ungewöhnlich designtes Gefährt, in der maximal zwei (eher 1,5) Personen hintereinander sitzen können. Da der Twizy keine Seitenscheiben besitzt, eignet er sich im Winter nur für Hartgesottene. Eckdaten: 1,5 Sitzplätze, 6,1 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 90 bis 100 Kilometer, Motorvarianten: 4 kW (5,44 PS) oder 8 kW (10,7 PS), Höchstgeschwindigkeit: 45 bzw. 80 km/h, Ladeanschluss: Schuko-Stecker, Garantie: 4 Jahre/40.000 Kilometer. Preise: Die Variante Life 45 kommt auf 7180 Euro, die Variante Life 80 auf 7880 Euro. Zusätzlich zahlt man Batteriemiete. Je nach geschätzter jährlicher Fahrleistung und gewählter Bindungsfrist zahlt man unterschiedlich viel. Nimmt man die durchschnittliche Jahreskilometerleistung für Pkw-Fahrer in Österreich von 13.900 Kilometer sowie die maximal mögliche Bindungsfrist (36 Monate) an, zahlt man 62 Euro pro Monat bzw. 744 Euro pro Jahr. Man kann aber auch Fahrzeug und Batterie kaufen. Die entsprechenden Varianten Complete Life 45 bzw. Complete Life 80 kommen auf 11.680 bzw. 12.380 Euro. Das Auto samt Batterie zu kaufen statt die Batterie zu mieten, zahlt sich daher erst aus, wenn man mit dem Twizy mehr als sechs Jahre lang fährt. Aufgeladen werden kann der Twizy nur mit 2 kW an der Haushaltssteckdose. Eine Vollladung dauert 3,5 Stunden.

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Renault Zoe: Das aktuell meistverkaufte Elektroauto in Österreich und ganz Europa ist ein agiler Stadtflitzer, der dank eines neuen Akkus auch Langstrecken beherrscht. Allzu großes Gepäck darf man dabei  nicht mitnehmen. Das Kofferraumvolumen ist mit 338 Liter sehr beschränkt. Eckdaten: 5 Sitzplätze (eher 4,5), entweder 22 oder 40 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 240 (Variante R90 mit 22 kWh), 370 (Q90) bzw. 400 Kilometer (R90), Motorvarianten: R90 (68 kW/92 PS), Q90 (65 kW/88 PS), Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h, Ladeanschluss: Typ 2, Garantie: 4 Jahre/100.000 Kilometer. Preise: Die Basisvariante R90 mit 22-kWh-Batterie (max. beschleunigtes Laden bis 22 kW) kommt inklusive Batteriemiete (89 Euro monatlich bzw. 1068 Euro jährlich) auf 22.190 Euro. Die Variante Life R90 mit 40 kWh-Batterie kostet 24.890 Euro plus Batteriemiete von 99 Euro monatlich bzw. 1188 Euro im Jahr. Die Variante Life Q90 (mit 40 kWh-Batterie und Schnellladen bis 37 kW) kostet 25.390 Euro plus gleicher Batteriemiete wie bei Life R90. Die jeweiligen Complete-Varianten (Auto und Batterie) kommen auf 29.690 (R90 mit 22 kWh), 32.390 (Life R90) bzw. 32.890 Euro (Life Q90). Auto und Batterie zu kaufen statt Batterie zu mieten zahlt sich daher aus, wenn man mit dem Zoe länger als sechs Jahre fährt. Eine Haushaltssteckdose zum Volladen eines 40 kWh-Akkus erfordert viel Geduld (Ladezeit über 25 Stunden). Bei beschleunigtem Laden mit 22 kW dauert eine Vollladung 2:40 Stunden. Die Schnellladung beim Q90 auf 80 Prozent dauert 65 Minuten - diese Zoe-Variante eignet sich am ehesten für Fernfahrten.

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Smart Fortwo Electric Drive: Ab Mai 2018 werden Smarts laut Hersteller auch in Österreich in ihrer Elektro-Variante erhältlich sein. Bereits in der Serienausstattung des Fortwo enthalten sind ein aktiver Bremsassistent und Unterstützung für Android Auto. Die Eckdaten: 2 Sitzplätze, 17,6 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 160 Kilometer (Cabrio-Variante: 155 Kilometer), Motor: 60 kW (81 PS), Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h , Ladeanschluss: Typ 2 , Garantie: wahrscheinlich 2 Jahre (Batterie: 8 Jahre/100.000 Kilometer). Zu den Österreich-Preisen des Fortwo gibt es noch keine offiziellen Angaben. In Deutschland bezahlt man mindestens 21.940 Euro für die geschlossene Variante des Smart Fortwo Electric Drive. Die Cabrio-Variante kommt in Deutschland auf 25.200 Euro. Die Ladedauer an der Haushaltssteckdose beträgt 7,5 Stunden. Schneller geht es an einer Wallbox mit 3,7 kW. Dann dauert eine Vollladung 3:30 Stunden. Optional soll künftig für den Smart auch ein 22-kW-Bordlader verfügbar sein. Mit diesem könnte man die Ladezeit auf eine Stunde reduzieren.

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Smart Forfour Electric Drive: Auch die mit 3,4 Meter etwas längere Smart-Variante (anstatt 2,6 Meter) für vier Passagiere wird ab Mai 2018 in Österreich erhältlich sein. Batterie und Motor sind genau die gleichen wie beim Fortwo. Aufgrund des etwas höheren Gewichts (1200 statt 1085 Kilogramm) ergibt sich eine geringfügig reduzierte Reichweite von 155 Kilometer. Auch für den Forfour gibt es noch keine offiziellen Preisangaben. In Deutschland zahlt man mindestens 22.600 Euro dafür. Bei den Ladezeiten gelten die gleichen Werte wie beim Smart Fortwo Electric Drive.

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Volkswagen e-up!: Die Elektrovariante des kleinsten VW punktet wie der Citroen C-Zero mit städtetauglichen Außenmaßen und einer Schnellladeoption. Bereits in der Basisausstattung enthalten ist ein Smartphone-Dock und eine City-Notbremsfunktion. Eckdaten: 4 Sitzplätze, 18,7 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 160 Kilometer, Motor: 60 kW (82 PS), Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h, Ladeanschluss: Combo/CCS, Garantie: 5 Jahre/100.000 Kilometer. Die Preisgestaltung läuft um einiges unkomplizierter als bei Renault ab, allerdings gibt es keine Batteriemiet-Option. Der Einheitspreis beträgt 27.190 Euro. An der Haushaltssteckdose wird die Batterie in 9 Stunden geladen. Schnellladen bis 80 Prozent mit 40 kW dauert 40 Minuten.

Langstreckentaugliche Mittelklasse

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Hyundai Ioniq Elektro: Den Ioniq bietet Hyundai als Hybrid, Plug-In-Hybrid und auch mit vollelektrischem Antrieb an. Mit seiner Batterie eignet sich der umfangreich ausgestattete Kompaktklasse-Pkw am ehesten für Pendler oder Wochenendausflügler, dank Schnellladeoption sind aber auch weitere Reisen denkbar. Eckdaten: 5 Sitzplätze, 28 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 280 Kilometer, Motor: 88 kW (120 PS), Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h, Ladeanschluss: Combo/CCS, Garantie: 5 Jahre ohne Kilometer-Limit (8 Jahre/200.000 Kilometer auf die Batterie). Preis: Die Basisvariante "Premium" kommt auf 34.990 Euro und bleibt damit gerade mal unterhalb unseres Preislimits. An der Haushaltssteckdose dauert eine Vollladung bis zu 13 Stunden. Schnellladen bis 80 Prozent mit 50 kW dauert 40 Minuten.

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Nissan Leaf: Der seit 2010 produzierte Nissan Leaf ist das insgesamt meistverkaufte Elektroauto der Welt. Seit Jänner 2018 wird die zweite Generation des Modells in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten. Neben einem frischen Äußeren bringt die neue Version eine stark vergrößerte Batterie. Das Auto ist damit auch fit für die Integration als Zwischenspeicher in das Stromnetz der Zukunft. Eckdaten: 5 Sitzplätze, 40 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 378 Kilometer, Motor: 110 kW (150 PS), Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h, Ladeanschlüsse: Typ 2 und Chademo, Garantie: 3 Jahre/100.000 Kilometer (8 Jahre/160.000 Kilometer auf die Batterie). Preis: Die Basisvariante Leaf Visia gibt es um 32.950 Euro, allerdings ist deren Ausstattung spartanisch (sogar die Handschuhfach-Beleuchtung wurde weggelassen). Die nächstbeste Variante Leaf Acenta kommt auf 34.200 Euro. An der Haushaltssteckdose dauert eine Vollladung rund 17 Stunden. Schnellladen bis 80 Prozent mit 50 kW dauert 60 Minuten.

Transportfreudige Große

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Doch nicht: Nissan E-NV200: Der Elektro-Minibus von Nissan erschien mir als die einzige Möglichkeit, zu einem Preis von unter 35.000 Euro zu einem Siebensitzer zu kommen - allerdings unter einer wichtigen Voraussetzung: Batteriemiete. Während der Recherchen zu diesem Artikel erschien auf der Nissan-Webseite eine entsprechende Option. Das Auto wäre ab 32.500 Euro (mit 7 Sitzen ab 33.160 Euro) erhältlich gewesen, zusätzlich hätte man Batteriemiete gezahlt. Auf Nachfrage bei Nissan teilte man mir jedoch mit, dabei handle es sich um einen Fehler auf der Webseite. Der E-NV200 werde nicht mehr mit Batteriemiete angeboten. Die Information auf der Webseite wurde mittlerweile korrigiert. Der E-NV200 wird nun nur noch zu einem Preis ab 42.444 Euro angeboten und fällt daher nicht mehr unter unser Preislimit.

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Renault Kangoo Maxi Z.E.: Das somit einzige Fahrzeug mit deutlich größerem Transportvolumen als die anderen Elektroautos in unserer Auflistung ist die E-Variante des Renault-Hochdachkombis Kangoo. Ohne dafür Sitze umklappen zu müssen, erhält man einen Kofferraum, der 1300 Liter fasst. Dafür muss man eine sehr langsame Beschleunigung in Kauf nehmen (Von 0 auf 100 km/h in 22,3 Sekunden).  Eckdaten: 5 Sitzplätze, 33 kWh Batterie, Reichweite (NEFZ): 270 Kilometer, Motor: 44 kW (60 PS), Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h, Ladeanschluss: Typ 2, Garantie: 4 Jahre/100.000 Kilometer. Die einzig familientaugliche Variante der Kangoo-Palette ist das Modell mit fünf Sitzen und Rundumverglasung (die anderen beiden Varianten sind gewerbliche Transporter). Dieses Modell kommt auf einen Preis von 27.840 Euro plus Batteriemiete. Bis zu einer Laufleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr kostet diese 82 Euro monatlich, also 984 Euro pro Jahr. Die Complete-Option (Auto plus Batterie) kostet 35.280 Euro. Durch die relativ geringe Batteriemiete zahlt sich der Kauf des Complete-Pakets allerdings erst aus, wenn man länger als 7,5 Jahre mit dem Auto fährt. An einer Haushaltssteckdose dauert eine Vollladung 17 Stunden. An einer Wallbox mit 3,7 kW dauert die Ladung 11:30 Stunden. Eine Schnelllademöglichkeit gibt es nicht.

Die Ausgeschlossenen

Wer ein Automodell in unserer Auflistung vermisst, der findet es möglicherweise hier vor:

Nicht in der Wertung, weil zu teuer (mehr als 35.000 Euro):
- BMW i3
- Mercedes B 250 e
- Tesla Model S, X und 3
- VW e-Golf

Nicht in der Wertung, weil zu teuer und noch nicht verfügbar:
- Audi e-tron quattro
- Hyundai Kona EV
- Jaguar I-Pace
- Kia Niro EV
- Opel Ampera-E
- Tesla Model 3

Nicht in der Wertung, weil nicht mehr verfügbar:
- Ford Focus Electric
- Renault Fluence Z.E.

Staatliche Förderung

Die Anschaffung von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb von Privatpersonen wird bis Ende 2018 mit 4000 Euro gefördert. Die Summe setzt sich zusammen aus einem E-Mobilitätsbonus von 1500 Euro, der von Fahrzeugimporteuren gewährt wird, und 2500 Euro, die vom Bund gezahlt werden. Inklusive steuerlicher Erleichterungen beträgt die Gesamtförderung 4300 Euro.

Voraussetzung ist, dass der Strom an jenem Standort, an dem das Auto hauptsächlich geladen wird, zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird. Verwendet man etwa eine eigene Ladestelle (Wallbox), muss der Strom dafür entweder von einem gelisteten "Grünstromanbieter" stammen, oder man muss von seinem Energieversorger eine Bestätigung des Strombezugs aus erneuerbaren Energieträgern (EET) erhalten.

Installiert man eine Wallbox bei sich daheim oder schafft ein intelligentes Ladekabel an, erhält man vom Bund einmalig eine Förderung von 200 Euro. Auch hier ist der Bezug von Strom aus erneuerbaren Energieträgern Voraussetzung. Weitere Infos zur Elektromobilitäts-Förderung gibt es auf help.gv.at.