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06/13/2019

Xiaomi Mi 9 SE im Test: Günstige Konkurrenz für das eigene Spitzenmodell

Die günstigere Light-Version des Mi 9 steht dem aktuellen Xiaomi Spitzenmodells um fast nichts nach. Einige Einbußen muss man aber dennoch hinnehmen.

Gleichzeitig zum Launch des neuen Xiaomi-Flaggschiffs Mi 9 – hier im futurezone-Test – hat der chinesische Technologiekonzern auch eine abgespeckte Version, das Mi 9 SE, präsentiert. Da es sich nur marginal vom Spitzenmodell unterscheidet, macht sich Xiaomi mit dem Mi 9 SE quasi selbst Konkurrenz.

Ein großer Unterschied zwischen den beiden Smartphones wird beim Formfaktor evident. Während das Mi 9 durch seine abgeschrägte Rückseite extrem leichtgewichtig wirkt, verfügt das Mi 9 SE über eine flache Rückseite. Da das Mi 9 SE aber etwas kleiner ist, fühlt es sich dennoch nicht klobig oder wuchtig an - ganz im Gegenteil. Mit 155 Gramm ist das Mi 9 SE vergleichsweise ein richtiges Leichtgewicht.

Wie von Xiaomi gewohnt, setzt der Hersteller auch bei dem 300-Euro-Handys auf hochwertige Materialien, die makellos verarbeitet sind und sich dementsprechend anfühlen.

AMOLED-Display

Das Mi 9 und das Mi 9 SE dürften über eine sehr ähnliche Display-Technologie verfügen. So ist der Bildschirm des Mi 9 SE ebenso von einem kleinen Notch in Tropfenform geprägt. Das Display selbst ist ein 5,97 Zoll großes AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 2340x1080 Pixel.

Da der Bildschirm etwas kleiner ist, als der vom regulären Mi 9 (6,39 Zoll), die Auflösung aber dieselbe ist, kommt das Mi 9 SE auf eine etwas höhere Pixeldichte. Der Bildschirm wird nicht wie beim Mi 9 von Corning Gorilla Glass 6 geschützt, sondern "nur" von Corning Gorilla Glass 5.

Im Screen ist auch der Fingerabdrucksensor verbaut, welcher auch bereits von der neueren Generation ist. Im Vergleich zum In-Screen-Fingerprint des Mi 8 Pro ist dieser nun wesentlich schneller, zuverlässiger und weniger fehleranfällig.

Als Speichervarianten stehen 64 und 128 GB mit jeweils 6 GB RAM zur Auswahl - das Testgerät kam mit 64 GB Speicherplatz. Beim Prozessor setzt das Mi 9 SE auf einen Snapdragon 712 (10 NM).

Bei den weitverbreitetsten Apps, wie WhatsApp, Instagram, Google-Apps, Facebook, Musikstreaming und Browser sind im Alltagseinsatz gegenüber dem regulären Mi 9 keine spürbaren Einbußen hinzunehmen. Auch Gaming-Apps laufen soweit ohne Verzögerungen.

Kamera und Akku

Die Tripple-Kamera löst mit 48, 13 und 8 Megapixel auf. Nicht nur bei der Auflösung ergeben sich beim Kamera-Set-up im Vergleich zum regulären Mi 9 geringfügige Einbußen: So muss man beim Mi 9 SE auf einen optischen Zoom verzichten, ebenso auf einen Laser/PDAF. Auch die Blenden der Zweit- und Dritt-Linse sind etwas kleiner als beim regulären Mi 9.

Auf Ultraweitwinkel, Superzeitlupe mit 960 Bilder pro Sekunde und Dual-LED-Blitz muss man beim Mi 9 SE aber nicht verzichten. Auch bei der Frontkamera kommt dieselbe Kamera zum Einsatz, welche Bilder mit 20 MP aufnimmt.

Die Kamera ist gut, aber...

Wie auch mit dem regulären Mi 9 ist auch das günstigere Mi 9 SE in der Lage ausgezeichnete Fotos aufzunehmen. Dafür müssen allerdings die Rahmenbedingungen passen. Bei genauerer Betrachtung und bei nicht gerade idealen Verhältnissen zeigen sich allerdings doch einige Schwächen bei der Bildqualität.

Es zeigt sich, dass Xiaomi versucht mithilfe von Algorithmen das Beste aus den Bildern herauszuholen. Das gelingt oft aber nur bedingt. Beim Portrait-Modus etwa sind meist auch die Konturen im Vordergrund schon leicht unscharf. Bei Naturfotos schafft es die Kamera hingegen besser, den Vordergrund hervorzuheben und den Hintergrund weichzuzeichnen.

Alles in allem lässt sich von der Kamera des 300-Euro-Smartphones dennoch eine überwiegend positive Bilanz ziehen. Wer eine bessere Kamera will, muss beim Smartphone-Kauf tiefer in die Tasche greifen. Wer ein Budget von rund 300 Euro hat, ist mit dem Xiaomi Mi 9 SE gut beraten.

Akku

Die Kapazität des Akkus gibt Xiaomi mit 3070 mAh an. Das ist etwas weniger als beim Standardmodell des Mi 9 (3300 mAh). Auch bei der Schnellladefunktion müssen sich Mi-9-SE-Nutzer mit etwas weniger begnügen: Maximal 18 statt 27 Watt. Kabellos, also per Qi, kann das Mi 9 SE nicht geladen werden.

Im Alltagsbetrieb kommt man mit dem Mi 9 SE locker über einen Tag. Was den Akku aber auszeichnet, ist, dass er sich sehr rasch laden lässt. In 15 Minuten schafft er es von 10 auf 35 Prozent, vier weitere Minuten später zeigt die Akku-Anzeige 42 Prozent.

Sonstiges

Beim Betriebssystem setzt Xiaomi wie üblich auf seine hauseigene Benutzeroberfläche MIUI 10, das auf die aktuelle Android-Version 9.0 Pie aufsetzt.

Einen herkömmlichen Kopfhöreranschluss hat das Mi 9 SE nicht. Dafür ist im Lieferumfang ein entsprechender Adapter enthalten, mit dem man herkömmliche Kopfhörer an den USB-C-Port anschließen kann.

Fazit

Wer für ein neues Smartphone ein Budget von maximal 350 Euro veranschlagt, ist beim Xiaomi Mi 9 SE bestimmt nicht falsch. Neben einigen Samsung-Smartphones zählt das Mi 9 SE zu den wenigen, die in diesem Preisbereich einen OLED-Bildschirm bieten. Auch ein Dreifach-Kamera bei Smartphones unter 350 Euro wird man nicht leicht finden.

Natürlich muss man gegenüber 1000-Euro-Handys einige Abstriche machen, die vor allem die Fotoqualität betreffen. Für ein Smartphone um 310 Euro kann sich die Qualität der Kamera dennoch sehen lassen.

Den UVP für das Mi 9 SE gibt Xiaomi für Österreich mit 400 Euro an. Auf diversen Preisvergleichsportalen ist das Mi 9 SE bereits ab 310 Euro gelistet.