Die Venus

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Science
07/21/2020

37 aktive Vulkane: Die Venus ist höllischer als gedacht

Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Venus ein geologisch aktiver Planet ist.

Die Venus wird zur Kategorie der erdähnlichen Planeten gezählt. Sie ist ein Gesteinsplanet und etwa so groß wie die Erde. Die Lebensbedingungen sind dort allerdings alles andere als lebensfreundlich, weshalb sie auch gerne als die „Höllen-Erde“ bezeichnet wird.

Die Atmosphäre ist giftig. Der Druck ist 90-mal größer als auf der Erde. Das Magnetfeld ist zu schwach, um gefährliche Strahlung aus dem Weltraum fernzuhalten. Die Temperatur beträgt 464 Grad Celsius. Jetzt kommt noch ein weiterer Grund hinzu, die Venus zu meiden: Vulkane.

Wissenschaftler haben eine Studie veröffentlicht, laut der es mindestens 37 aktive Vulkane auf der Venus gibt. Bisher gab es Hinweise darauf, ein konkreter Nachweis, dass die Venus geologisch aktiv ist, fehlte aber.

Aufgrund von Analysen war bekannt, dass die Oberfläche der Venus relativ jung ist. Sie hat sich vermutlich erst in der letzten Milliarde Jahre gebildet. In dieser Zeit hätte die Oberfläche abkühlen und so hart werden können, dass kein weiteres Magma aus dem Inneren des Planeten mehr nach außen dringt. Einer der Hinweise, dass das nicht so ist, war eine Studie über erstarrte Lavaströme, Anfang des Jahres. Laut der Studie waren diese bis zu 2,5 Millionen Jahre jung.

Die Venus hat Pickel

Bei der aktuellen Studie der Forscher des ETH Zürich wurde eine andere Oberflächenbeschaffenheit der Venus analysiert: die Coronae, eine Venus-typische Form eines Vulkankraters. Diese übersäen zu Hunderten die Oberfläche der Venus. Es ist ein Becken mit einem gewölbten, breiten Rand, die ein wenig an eingesunkene Vulkane erinnern.

Sie entstehen, indem geschmolzenes Material Richtung der Oberfläche strömt und diese dadurch zu einer Kuppel aufwölbt  – ähnlich wie ein Pickel beim Menschen. Wenn das Material schließlich abkühlt, stürzt die Kuppel in sich zusammen und herausströmendes Material bildet den für die Corona typischen Ring mit dem breiten Rand.

Auf der Erde gibt es dieses Phänomen nicht in dieser Größenordnung, weil die Bewegung der tektonischen Platten die Kuppelbildung verhindert. Die Venus hat aber keine tektonischen Platten. Deshalb haben dort die Coronae Spannweiten von 40 bis 2.600 Kilometer.

3D-Modell

Um die Entstehung der Coronae zu verstehen, haben die Forscher des ETH Zürich eine 3D-Simulation erstellt. Dazu wurde die thermo-mechanische Aktivität in der Venus nachgestellt. Dann kamen Parameter wie die Menge des aufströmend heißen Gesteinsmaterials dazu (Plume), Temperatur und Dicke der Lithosphäre.

So konnten die Forscher die Entstehung der Coronae simulieren. Dadurch entdecken sie Merkmale, anhand derer man feststellen kann, ob die Corona jung oder alt ist. Diese simulierten Coronae wurden dann mit den echten Coronae auf der Venus verglichen: Die virtuellen und realen Coronae stimmten überein.

37 aktive Vulkane

Dadurch wissen die Forscher jetzt, wie alt die Coronae sind und in welcher Phase der Entstehung sie sich gerade befinden. Dadurch konnten sie feststellen, dass die Venus mindestens 37 aktive Coronae hat.

Aufgrund der Verteilung auf dem Planeten ist erkennbar, dass die Venus Regionen hat, die vulkanisch aktiver sind als andere. Dies kann etwa dabei helfen, um künftig einen Landeplatz für einen Venus-Rover zu bestimmen – falls es jemals einen geben wird, der den harten Bedingungen der Venus standhalten kann.