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Science
11/08/2020

9 Raumfahrt-Dokus, die man gesehen haben muss

Mondlandung, Space Race, die erste Hündin im All und der Weg zum Mars - 9 Dokus über Zukunft und Vergangenheit der Raumfahrt.

von Franziska Bechtold

Tausende Menschen weltweit sehen sich Live-Streams von Raketenstarts an. Die Astronauten auf der ISS sind nicht nur Forscher, sondern auch Social-Media-Stars, die in regelmäßigen YouTube-Videos Einblick in das Leben auf der Raumstation geben. Die Erforschung des Weltraums und die Pläne, den Mond und den Mars zu erschließen, haben die Begeisterung für die Raumfahrt in den vergangen Jahren wieder angekurbelt.

Kein Wunder also, dass zahlreiche Dokumentarfilme und Serien zur Vergangenheit und Zukunft der Weltraumforschung aus dem Boden sprießen, sei es auf Netflix, Amazon Prime, Disney+ oder auf YouTube. Wir haben aktuelle und vielleicht schon vergessene Filme und Serien herausgesucht, die sich mit der menschlichen Raumfahrt, dem Universum und den Wissenschaftlern dahinter beschäftigen.

Apollo 11 (2019)

Dieser Film ist eine wahre Offenbarung für Fans der Raumfahrt. Die Dokumentation erschien zum 50. Jahrestag der Mondlandung und zeigt die gesamte Reise von Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins vom Start, dem ersten Schritt auf dem Mond bis zu ihrer Rückkehr. Verwendet wurden Originalaufnahmen, die Regisseur Todd Douglas Miller aus über 11.000 Stunden Material gesammelt hat. Besonders beeindruckend sind die ultra-detaillierten 70 Millimeter-Aufnahmen des Starts, die bisher ungesehen in den Archiven der NASA lagerten.

Der Film verzichtet auf jeglichen Kommentar und verwendet ausschließlich originale Bild- und Tonaufnahmen. Diese werden nur mit simplen Animationen durchbrochen. Mit ihnen erklären die Filmemacher die technischen Vorgänge des Flugs, um die Bilder in Kontext zu setzen. Kleiner Tipp: Insbesondere die Bilder vom Start sind so beeindruckend, dass sie auf Laptop oder Tablet ein bisschen untergehen - desto größer der TV, desto besser.

Der Film kann über Amazon gekauft und geliehen werden.

For All Mankind (1989)

Gleich nochmal Mondlandung, allerdings ein bisschen historisch (und patriotisch) aufgeladen. Trotzdem ist For All Mankind vor allem ein Zeitdokument das kurz vor dem Ende des Kalten Krieges erschien. Regisseur Al Reinert rückt vor allem die Frauen und Männer in den Vordergrund, die diese Mission möglich gemacht haben und aus der Zentrale steuerten.

Dafür arbeitete er sich jahrelang durch meterweise Filmmaterial, das in den NASA-Archiven lagerte. Unter anderem kamen Aufnahmen zum Einsatz, die die Astronauten selbst erstellt haben.

Der Film ist derzeit vollständig auf YouTube zu sehen, die BluRay-Version gibt es bei Amazon um etwa 13 Euro.  

Space Dogs (2019)

Die Straßenhündin Laika war das erste Lebewesen, das der Mensch ins All geschickt hat. Sie überlebte den Flug nicht, ihr Körper verglühte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Die Regisseure Elsa Kremsner und Levin Peter begeben sich in ihrer Dokumentation auf Spurensuche auf den Moskauer Straßen. Aus der Perspektive zweier Straßenhunde wird ein Einblick in das Leben im heutigen Russland gewehrt. 

Immer wieder wird dieser emotionale Streifgang durch die Stadt von bisher unveröffentlichten Bildern des sowjetischen Raumfahrtprogramms unterbrochen. Mindestens 48 Straßenhunde schickte man zwischen 1951 und 1966 ins All, etwa 30 von ihnen überlebten den Flug. Zeitgleich experimentierten die Amerikaner mit Menschenaffen, die sie ins All schickten. Was das für Tier und Forschung bedeutete, wird in der Dokumentation hinterfragt. 

Der Film lief 2019 bei der Viennale und soll nach aktueller Planung ab 4. Dezember in die österreichischen Kinos kommen. Zudem sollen Sondertermine mit anschließenden Gesprächen stattfinden.

Mercury 13 (2018)

Die erste Astronautin im Weltall war die Russin Walentina Wladimirowna Tereschkowa. Sie flog 1963 als erste und bisher einzige Frau ganz allein ins All. Bis auch die NASA eine Astronautin entsandte, Sally Ride, dauerte es bis 1983. Versucht haben es Amerikanerinnen aber schon in den 1960er Jahren, als Pilotinnen anzuheuern. Ihre Geschichte wird in Mercury 13 erzählt. 

Regisseurin Heather Walsh beleuchtet das Schicksal von 13 Frauen, die damals daran gehindert wurden, am Weltraum-Programm der NASA teilzunehmen. Obwohl sie die Tests mindestens so gut, wenn nicht besser, als ihre männlichen Mitstreiter absolvierten, wurde ihnen die Möglichkeit verwehrt, das Training abzuschließen. Walsh hält in ihrem Film nicht nur die Erinnerungen an diese Frauen fest, sondern überlegt, wie eine Welt aussehen würde, in der eine Frau 1969 die erste auf dem Mond gewesen wäre. 

Mercury 13 ist bei Netflix zu sehen.

Challenger: The Final Flight (2020)

Die 4-teilige Miniserie erzählt die tragische Geschichte vom Tod der 7 Besatzungsmitglieder des Challenger-Shuttles. 1986 explodierte es nur wenige Sekunden nach dem Start und schockierte Live-Zuschauer weltweit. Die von J.J. Abrahams produzierte Serie erzählt die Geschichten der Verunglückten und prangert deutlich die Versäumnisse der NASA an. Unter großem Druck hatte man einen Zeitplan einhalten müssen, obwohl man sich der Gefahr bewusst war. 

Zwar hält sich Challenger: The Final Fight mit technischen Details eher zurück, fesselt aber bis zur letzten Minute. Die kontrastierenden Szenen zwischen den hoffnungsvollen Astronauten vor dem Start und der Verzweiflung ihrer Angehörigen nach dem Unglück sind besonders emotional umgesetzt. 

Challenger: The Final Flight ist auf Netflix verfügbar.

The Mars Generation (2017)

Der Dokumentarfilm wirft keinen Blick in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft der Raumfahrt. Im Fokus stehen Teenager, deren Traum es ist, zukünftig in der Raumfahrt zu arbeiten - sei es als Astronauten auf dem Weg zum Roten Planeten oder als Ingenieure auf der Erde.

Diese nächste Raumfahrt-Generation tritt in Dialog mit Star-Wissenschaftlern wie Neil deGrasse Tyson und Billy Nye. Sie träumt von einer besseren Welt auf dem Mars und kämpft für den Klimaschutz. Die Doku gibt einen kleinen, aber optimistischen Einblick in eine intelligente und zukunftsgewandte Gruppe an "Space Nerds". 

The Mars Generation ist auf Netflix verfügbar.

Eine kurze Geschichte der Zeit (A Brief History of Time, 1991)

Wer sich mit Stephan Hawking beschäftigt hat, wird an seinem Buch, "Eine kurze Geschichte der Zeit" (hier bei Amazon), kaum vorbeigekommen sein. Die gleichnamige Doku erzählt die Lebensgeschichte des Wissenschaftlers und erklärt seine Theorien. Hawking selbst führt durch die Dokumentation, zu Wort kommen neben renommierten Wissenschaftskollegen unter anderem auch seine Mutter.

Dabei ist seine amyotropischer Lateralsklerose (ALS) Erkrankung ebenso Thema, wie der Urknall, Schwarze Löcher und das Konzept von Raum und Zeit. Man merkt dem Film zwar sein Alter von fast 30 Jahren an, doch Hawkings Arbeit hat nicht an Relevanz verloren. Ganz im Gegenteil bildet sie eine Grundlage für viele aktuelle Forschungsprojekte. Verständlich, greifbar und unterhaltsam erklärt er etwa, wie es sich anfühlen würde, den Ereignishorizont zu übertreten.

Eine Kopie des Films ist frei auf YouTube zu finden. Die DVD kann bei Amazon bestellt werden. 

Last Man on the Moon: Die Gene Cernan Story (2016)

Jeder kennt den ersten Mann auf dem Mond, Neil Armstrong. Doch das Apollo-Programm der NASA stoppte nicht einfach, nachdem einmal eine Fahne auf dem Erdtrabanten platziert wurde. Im Dezember 1972 startete Apollo 17 zum Mond. An Bord war Eugene Cernan, der bis heute der letzte Mensch ist, der auf dem Mond war. 

Die Dokumentation beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Leben des 2017 verstorbenen Astronauten. Sie gibt Einblick in eine spannende Ära des US-Raumfahrtprogramms, nämlich den 1960er und 70er Jahren. Allerdings stimmt man nicht in einen Lobgesang auf die gute alte Zeit ein, sondern thematisiert auch die Opfer, die das Apollo-Programm gefordert hat. So kommt etwa Cernans Ex-Frau zu Wort und beschreibt das schmerzhafte Gefühl, auf der Erde zurückzubleiben, während der Astronaut die gefährliche Reise zum Mond antrat. 

Last Man on the Moon: Die Gene Cernan Story ist bei Amazon Prime zu sehen.

Voyage of Time (2016)

Der Filmemacher Terrence Malick (The Tree of Life, Knight of Cups) spaltet mit seinen Filmen gerne die Meinungen. Während die einen sie als philosophische Meisterwerke feiern, sehen die anderen mehr Schein als Sein. Das ist auch bei Voyage of Time nicht anders. Er lässt hier vor allem die Bilder für sich sprechen. Begleitet wird das von einem Ennio-Morricone-Soundtrack und eher metaphysischen Passagen mit Cate Blanchet als Erzählerin.

Die Doku beginnt mit einem Blick aus dem All auf die noch unbewohnte Erde. Sie zeigt das Entstehen von Leben und die Evolution. Immer wieder werden die Hochglanz-Bilder von zeitgenössischen Aufnahmen unterbrochen, die Obdachlose, Kranke, Alte und Kinder in den Fokus rücken. Das geschieht nicht ohne eine großzügige Portion Pathos, ist aber visuell eindrucksvoll. Von den Weiten des Universums zu Mikroben bietet er die gesamte Bandbreite an. 

Voyage of Time ist auf Amazon Prime verfügbar.

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