Science
05.03.2016

Astronaut Scott Kelly wuchs 3,8 cm während 340 Tagen im All

Scott Kelly kehrte nach fast einem Jahr auf der Raumstation ISS zwar mit weniger Muskeln, aber mehr Körpergröße zurück.

Astronaut Scott Kelly verbrachte 340 Tage im All. Der lange Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS sollte ein Testlauf für eine Reise zum Mars sein. Während der Langzeitstudie ist Kelly um 3,8 cm gewachsen.

Im ersten Moment scheint das ungewöhnlich, da bei Weltraum-Aufenthalten der Körper üblicherweise abbaut. Durch den Wegfall der Schwerkraft entwickelt sich die Muskulatur zurück, was auch Kelly schmerzhaft feststellte. Bei einer NASA-Pressekonferenz klagte er über einen anhaltenden Muskelkater, überempfindliche Haut, Müdigkeit und Probleme mit der Feinmotorik.

Der Größenzuwachs ist ebenfalls auf die Schwerelosigkeit zurückzuführen. Da die Schwerkraft nicht auf den Körper wirkt, kann sich die Wirbelsäule wieder ausdehnen. Dieser Effekt hält allerdings nur kurz an. Scott Kelly ist bereits wieder auf seine Normalgröße geschrumpft.

Bandscheiben

Dieses Phänomen kann man auch ohne Schwerelosigkeit, tagtäglich, erleben. Morgens ist man größer als abends. Das liegt daran, dass sich die Bandscheiben nachts mit Flüssigkeit vollsaugen. Unter Tags werden durch körperliche Belastung, das eigene Körpergewicht und die Schwerkraft die Bandscheiben belastet. Die Flüssigkeit wird wieder abgegeben und die Wirbelsäule zusammengedrückt.

Dieser Effekt entfällt durch die Schwerelosigkeit im Weltraum. Allerdings besteht dadurch die Gefahr, dass sich bei Astronauten zu viel Flüssigkeit in den Bandscheiben ansammeln kann.