Science 21.03.2018

Bitcoin-Blockchain verteilt Kinderpornografie

© Bild: REUTERS / BRENDAN MCDERMID

Deutsche Forscher haben in der Bitcoin-Blockchain Kinderpornografie entdeckt. Das könnte Nutzer in Bedrängnis bringen.

Die Bitcoin-Blockchain wird offenbar auch dazu verwendet, um kinderpornografische Bilder und Links zu speichern und somit aufgrund der dezentralen Infrastruktur zu verbreiten. Zu diesem Schluss kamen deutsche Forscher der RWTH Aachen und der Goethe-Universität Frankfurt nach der Analyse von 1600 in der Bitcoin-Blockchain gespeicherten Dateien. Zumindest 8 Dateien wurden entdeckt, die pornografische Bilder enthielten. In einem Fall soll es sich um Kinderpornografie gehandelt haben. Darüber hinaus existieren zwei Dateien mit Links zu 274 Kinderporno-Seiten, 142 davon zu Services im Dark Web.

Dass offenbar auch illegale Inhalte in der Blockchain gespeichert werden, könnte die Infrastruktur rechtlich gesehen in vielen Ländern vor ein Problem stellen. Denn wenn der bloße Besitz von Kinderpornografie und anderen illegalen Inhalten auf dem eigenen Computer strafbar ist, dann trifft dies wohl auch auf alle Nutzer zu, welche die Bitcoin-Blockchain oder eben Teile davon auf ihr Gerät heruntergeladen und gespeichert haben. "Demnach wäre die aktive Partizipation in einem Blockchain-basierten System in dem Moment illegal, in dem illegale Dokumente dort gespeichert werden", geben die Forscher zu bedenken.

Problem für Bitcoin

Auch wenn bislang keine Gesetzsprechung diesbezüglich existiere, sei das ein ernstzunehmendes Problem, welches das ganze Infrastrukturkonzept rund um die Blockchain gefährde und gerade im sensiblen Finanz-Bereich Kryptowährungen wie Bitcoin zu Fall bringen oder schwer schaden könne. Da das System aufgrund seiner dezentralen Ausrichtung nicht geeignet sei, um Daten nachträglich zu manipulieren oder zu löschen, könnte sich im Fall von illegalen Inhalten als großer Nachteil erweisen. Auch Interpol wies bereits 2015 darauf hin, dass Malware auf diese Art in einer Blockchain "abgelegt" und praktisch nicht mehr daraus entfernt werden könne.

( futurezone ) Erstellt am 21.03.2018