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Science
04/13/2020

Einzigartige Fotos der Sonne zeigen erstmals Plasmafäden

Die Aufnahmen zeigen die Millionen Grad heißen Stränge in der Sonnenatmosphäre so deutlich wie nie zuvor.

Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, feine Plasmafäden in der Sonnenatmosphäre (Korona) zu fotografieren. Sie sind Millionen Grad heiß und erstrecken sich über eine Breite von ungefähr 500 Kilometern. Dass es diese Plasmastränge gibt, ist nicht neu. Doch die Wissenschaftler der University of Central Lancashire (UCLAN) konnten sie nun erstmals auf Bildern festhalten und gemeinsam mit dem Marshall Space Flight Center (MSFC) der NASA analysieren.

Entstanden sind die Aufnahmen aus Daten des hochauflösenden Coronal Imager der NASA (kurz Hi-C). Er kann Strukturen in der Sonnenatmosphäre von etwa 70 Kilometern Größe, bzw. 0,01 Prozent der Sonnengröße, erkennen. Ihre Ergebnisse hielten die Forscher in einer Studie fest, die im Fachmagazin Astrophysical Journal erschien.

Die Plasmafäden orientieren sich am Magnetfeld der Sonne

Ultra-High-Definition

"Bisher haben Solarastronomen unseren nächsten Stern in Standard Definition beobachtet. Die außergewöhnliche Qualität der vom Hi-C-Teleskop bereitgestellten Daten erlaubt es uns, zum ersten Mal einen Teil der Sonne in Ultrahochauflösung zu überblicken. Wir sehen die Bestandteile, aus denen die Atmosphäre des Sterns besteht", sagt Projektleiter Robert Walsh von der UCLAN in einem Statement.

Wie die Plasmafäden entstehen, ist derzeit noch unklar, doch die Aufnahmen sollen neue Erkenntnisse über die magnetische Atmosphäre der Sonne liefern. Um die Entstehung genauer zu erforschen, wollen die Wissenschaftler nun weitere Daten über die Sonnenatmosphäre sammeln. Dafür soll unter anderem der Solar Orbiter der ESA genutzt werden. "Dies ist eine faszinierende Entdeckung, die unser Verständnis des Energieflusses durch die Sonnenschichten und bis zur Erde selbst verbessern könnte. Das ist wichtig, wenn wir das Verhalten unseres lebensspendenden Sterns formen und vorhersagen wollen", so Tom Williams, Mit-Autor der Studie.