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Science
05/27/2019

Elon Musk streitet mit Astronomen über Starlink-Satelliten

Die möglichen Auswirkungen von abertausenden Internet-Satelliten im All wird derzeit umfangreich diskutiert.

Nur wenige Tage nachdem SpaceX die ersten 60 von über 12.000 Starlink-Satelliten ins All gebracht hat, ist via Twitter ein Streit ausgebrochen. Ausgangspunkt war ein spektakuläres Video, das die Starlink-Satelliten zeigt, wie sie wie aneinandergereihte Wagons eines Zuges im Orbit vorbeiziehen.

Astronom Alex Parker merkte an, dass es problematisch werden könnte, wenn in der finalen Ausbaustufe 12.000 im Erdorbit fliegen werden. Damit wären mehr Satelliten unterwegs als Sterne, die mit freiem Auge erkennbar sind. Das könnte die Arbeit von Astronomen erschweren.

Dem entgegnete ein anderer Nutzer. Demnach würden die Satelliten in der Nacht ohnehin nicht sichtbar sein. Außerdem wäre jeweils nur eine kleine Zahl an Satelliten am selben Ort.

Ein anderer Twitter-Nutzer berechnete, dass während der Dämmerung etwa 70 bis 100 Satelliten an allen Orten der Welt sichtbar sein könnten.

Musk mischt mit

Auch SpaceX-CEO Elon Musk mischte sich daraufhin in die Diskussion ein, allerdings mit nicht ganz korrekten Informationen. So schreibt ein anderer Nutzer etwa, dass er die Internationale Raumstation ISS des Öfteren sieht, auch nachts. Musk entgegnet daraufhin, dass die ISS „extrem gigantisch“ sei und Lichter habe.

Ein anderer Astronom korrigierte Musk daraufhin. Das, was man von der Erde aus von der ISS sehe, seien nicht die verbauten Lichter, sondern die Sonnenstrahlung, die von der Raumstation reflektiert werde.

Ausgang unklar

Klar ist, dass die Objekte teilweise mit freiem Auge sichtbar sind. Aktuell sind aber eben lediglich 60 der geplanten 12.000 Satelliten in der Umlaufbahn. Darüber, wie sich später eine derart hohe Zahl wirklich auf den Himmel und unser Bild davon auswirkt, kann lediglich spekuliert werden.

Noch schwieriger wird die Situation, wenn man bedenkt, dass manche der Satelliten defekt werden und ausgetauscht werden müssen. Natürlich würden auch ähnliche, vergleichbare Projekte die Zahl an Objekten im Orbit noch weiter erhöhen. Bereits jetzt ist Weltraummüll ein immer kritischeres Problem und stellt eine Gefahr für Mensch und Maschine im All dar.