© ESA/Rosetta/NavCam

Science
10/28/2020

ESA findet "Totenschädel" auf Kometen

Der Lander Philae setzte 2014 auf dem Himmelskörper auf. Neue Daten verraten, dass dessen Inneres so weich wie Milchschaum ist.

von Franziska Bechtold

2014 hat die ESA Geschichte geschrieben. Mit dem Lander Philae wurde auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufgesetzt. Es war das erste Mal, dass man auf der Oberfläche eines Kometen landete.

Nun lieferten die damals gesammelten Daten des Landers neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Kometen und zeigen einen totenkopfförmigen Kamm, auf dem Philae damals aufgesetzt hat. 

Philae hatte damals eine holprige Landung und prallte vom ursprünglichen Aufsetzpunkt ab und landete auf einem bisher unbekannten Ort. Dieser konnte nun nach jahrelanger Detektivarbeit identifiziert werden und hat eine überraschende Form.

"Als ich die Felsbrocken, auf die Philae aufgeprallt ist, von oben sah, erinnerte mich ihre Form an einen Totenkopf. Deshalb habe ich die Region ‚Totenkopf-Kamm‘ genannt und dieses Motiv auch für weitere Charakteristika, die ich beobachtete, benutzt", sagt Laurence O’Rourke, der die Suche zusammen mit einem Team aus Missionswissenschaftlern und Ingenieuren leitete.

Totenkopf mit Hut

Der Totenkopf-Kamm wurde von Philae selbst geformt. Er hinterließ beim Aufsetzen Abdrücke im Felsen und in der Wassereis-Schicht, die sich auf dem 4,5 Milliarden Jahre alten Kometen gebildet hatte. Wie in einem kurzen Video verdeutlicht, besteht das "Totenkopf"-Gesicht aus Mund, Augen und einem Zylinder.

Milchschaum

Die Raumsonde Rosetta, die den Lander Philae zum Ziel brachte, startete 2004 zum Kometen. 2014 erreichte sie ihr Ziel und befand sich in der Umlaufbahn von Tschurjumow-Gerassimenko. Dorthin entsandte sie Philae, der auf der Oberfläche des Kometen Daten sammelte.

Das Lösen des letzten Rätsels um den zweiten Aufsetzpunkt des Landers offenbarte nun neue Informationen über die Beschaffenheit des Kometen. Den Messungen zufolge ist das Eis-Staub-Gemisch, aus dem Tschurjumow-Gerassimenko beschaffen ist, extrem weich: "Es ist weicher als Milchschaum auf einem Cappuccino, Badeschaum oder die Gischt von sich brechenden Wellen“, erklärt O’Rourke. 

So konnten die Forscher Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des gesamten Kometen ziehen. Dieses Wissen hilft dabei, zukünftige Landermissionen besser vorzubereiten. "Dass der Komet ein solch schaumiges Inneres hat, ist eine überaus wichtige Angabe für das Entwickeln von Landemechanismen, aber auch für die mechanischen Prozesse, die wir zum Entnehmen von Proben benötigen“, erklärt Matt Taylor, Rosetta-Projektwissenschaftler bei der ESA. 

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