Oumuamua
© APA/AFP/ESA/Hubble/M. KORNMESSER / M. KORNMESSER

Science

Geheimnisvoller Oumuamua könnte interstellare Wollmaus sein

Oumuamua, ein interstellarer Brocken, der 2017 in unserem Sonnensystem auftauchte, beschäftigt Forscher seit längerem. Er wurde als Asteroid, Komet und sogar als außerirdisches Raumschiff eingestuft. Nun wurde neuerlich eine Theorie über Oumuamua veröffentlicht, die aber wesentlich profaner ist, berichtet Space.com.

Wie die norwegische Astronomin Jane Luu von der Universität Oslo und ihr Team in einer in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters publizierten Studie vermuten, könnte es sich bei dem zigarrenförmigen Gebilde im wesentlichen um eine überdimensionierte Wollmaus (englisch: Dust Bunny) handeln.

Unter einer Wollmaus versteht man gemeinhin Klumpen von angesammelten Staub und Schmutz, die durch statische Elektrizität zusammengehalten werden und sich etwa unter Möbeln befinden, wo sie von Luftzügen hin und her geblasen werden.

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Staub und Gestein

Luus Untersuchungen legen ähnliches nahe. Das interstellare Objekt könnte sich aus Staub und Gestein von Kometen außerhalb unseres Sonnensystems gebildet haben und durch Sternenstrahlung durch den Weltraum geschoben werden.

Laut der norwegischen Astronomin könnte ein großer Felsbrocken den Kern eines Kometen abgebrochen haben. Die von dem Kern wegfließenden Staub- und Gaspartikel könnten sich dabei an felsiges Fragment gebunden und schließlich Oumuamua gebildet haben. Das von dem Kometen wegströmende Gas könnte schließlich den staubigen Stein ins All gedrückt haben.

Die Forscherin vermutet, dass es sich dabei um einen "langperiodischen" Kometen gehandelt habe, der lange braucht, um seine Sterne zu umkreisen und sich ziemlich weit von ihnen entfernt. Aufgrund der schwachen Schwerkraft des Kometen und des Strahlungsdrucks könnte Oumuamua von seinem Elternkometen getrennt worden sein. Die Flugbahn in den interstellaren Raum habe in dann in unser Sonnensystem geführt.

Mehr interstellare Eindringlinge

Luu geht davon aus, das mithilfe von Teleskopen wie dem Pan-STARRS 1, das auch Oumuamua 2017 erstmals entdeckte, künftig häufiger interstellare Eindringlinge zu sehen sein werden.

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