© HST/NASA, AND A. FIELD/STSCI

Science
06/10/2020

Gigantische Gasblasen der Milchstraße erstmals optisch messbar

Wissenschaftler haben zum ersten Mal sichtbares Licht von den Fermi-Blasen gemessen.

Das gefleckte Leuchten, der beiden Gasblasen nördlich und südlich der Ebene der Milchstraße, wurde von Wasserstoffgas emittiert, das innerhalb der Blasen elektrisch geladen oder ionisiert war, berichtet Science News. Der Astronom Dhanesh Krishanarao von der Universität Wisconsin und seine Kollegen beschrieben ihre Beobachtung in einem vor kurzem auf ArXiv.org veröffentlichten Paper.

Uralter Gasausbruch

Die Fermi-Blasen wurden 2010 entdeckt. Dabei handelt es sich um sphärische Strukturen, die im Spektralbereich der Gammastrahlung beobachtbar sind. Ihr Ursprung ist nicht bekannt, es wird aber vermutet, dass sie Relikte eines uralten Gasausbruchs aus dem Zentrum der Galaxie sind. Der Abfluss könnte das Ergebnis eines Schwarzen Lochs gewesen sein.

Innerhalb der Blasen dehnt sich Gas nach außen aus, wobei seine Bewegung die scheinbare Wellenlänge seines Lichts verändert. Material, das näher am Sonnensystem liegt, bewegt sich darauf zu und erscheint blauer, und entfernteres Gas bewegt sich weg und erscheint roter. Die Wellenlängenverschiebung ermöglichte es den Forschern, die Geschwindigkeit des Gases an einer Stelle innerhalb der Blasen zu bestimmen.

Mit dem Wisconsin H-Alpha Mapper-Teleskop (WHAM) stellten die Forscher fest, dass das Gas mit einer Geschwindigkeit von etwa 220 Kilometern pro Sekunde nach außen strömte. Die Schätzung stimmte mit einer früheren Messung unter Verwendung von ultraviolettem Licht überein.

Erkenntnisse über Ursprung

Die Forscher hoffen nun durch weitere Messungen, die Geschwindigkeit des Gases besser erfassen zu können. Auf diese Art soll festgestellt werden, wie sich die Energieabgabe der Fermi-Blasen im Laufe der Zeit verändert hat. Daraus erhoffen die Forscher mehr über den Ursprung der Gasblasen herauszufinden. 

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