Rendering-Bild zweiter Neutron-Sterne

© National Science Foundation/LIGO/Sonoma State University/A. Simonnet

Science
01/13/2020

Gravitationswellen durch Neutronenstern-Kollision entdeckt

Ein Zusammenstoß in 520 Millionen Lichtjahren Entfernung hat Gravitationswellen bis zur Erde geschickt.

Forscher des Laser Interferometer Gravitional Wave Observatory (LIGO) haben in einer Aussendung verkündet, ein wellenartiges Gebilde im All entdeckt zu haben. In der Regel entstehen diese sogenannten Gravitationswellen, wenn massive Objekte wie Schwarze Löcher oder  Neutronensterne zusammenprallen. Die unlängst entdeckten sind Resultat einer Kollision zweier Neutronensterne, also kleiner, massereicher Sterne, die sich in ihrem Endstadium befinden. Ihr wesentlicher Bestandteil sind, wie der Name schon sagt, Neutronen.

Gravitationswellen wurden erstmals von Albert Einstein vorhergesagt und 1916 aus seiner Allgemeinen Relativitätstheorie abgeleitet. Damals dachte er aber nicht, dass sie auch aufgezeichnet werden könnten. Aufgrund ihrer enormen Entfernung schienen sie zu schwach, um von der Erde aus beobachtet zu werden. Am 14. September 2015 entdeckten Forscher des LIGO zum ersten Mal das wellenformige Konstrukt im All, nachdem zwei Schwarze Löcher miteinander verschmolzen sind.

Zweite Neutronenstern-Kollision

Die neue Entdeckung ist die zweite Neutronenstern-Kollision, die jemals beobachtet wurde. Die erste wurde 2017 beobachtet. LIGO ließ 1990 die entsprechenden Teleskope bauen und errichten, um diese Graviationswellen aufzeichnen zu können. Die Astrophysiker vermuten, dass die Wellen aus einer Kollision in einer Entfernung von 520 Millionen Lichtjahren entstanden sind. Die Entfernung ist ungefähr vier Mal größer als jene in 2017.

Nur der Detektor in Luisiana hat sie aufgezeichnet, da jener in Washington zu der Zeit gewartet wurde. Die Wissenschaflter haben nicht viele Informationen über die Beschaffenheit der Neutronensterne erhalten, konnten jedoch ermitteln, dass sie 3,4 Sonnenmassen betragen. Gammastrahlen wurden nicht entdeckt.