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Science

Russland schießt Satelliten ab und bringt ISS in Gefahr

UPDATE 14:00 Uhr: Artikel wurde um Bestätigung Russlands ergänzt.

Am Montag musste die Internationale Raumstation evakuiert werden. Die Raumfahrer*innen haben sich in 2 an der ISS angedockten Raumschiffe in Sicherheit gebracht. Der Grund für die Evakuierung war drohender Zusammenstoß mit Weltraummüll. Im Falle einer Kollision hätten die Besatzung so schnell wie möglich zur Erde zurückkehren können. 

Nun wurde bekannt, woher der Weltraummüll offenbar stammt: Russland habe einen Raketentest vorgenommen und dabei einen ausgedienten Satelliten im Orbit abgeschossen, wodurch ein riesiges Trümmerfeld entstanden sei, so die US-Regierung.

Mittlerweile hat Russland bestätigt, dass ein Anti-Satelliten-Raketensystem getestet wurde. Im Zuge dieses Tests wurde ein nicht mehr funktionsfähriger Satellit abgeschossen. 

USA kritisiert Russland scharf

Die US-Regierung wirft Russland vor, die Sicherheit von Astronaut*innen auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben.

"Wir verurteilen Russlands rücksichtslosen Test", teilte US-Außenminister Antony Blinken am Montagabend mit. Der Beschuss eines russischen Satelliten habe Weltraumschrott hinterlassen, "der das Leben von Astronauten, die Integrität der Internationalen Raumstation und die Interessen aller Nationen gefährdet".

Auch die NASA kritisiert Russland

Die US-Raumfahrtbehörde NASA schloss sich Blinkens Kritik an. "Ich bin empört über dieses unverantwortliche und destabilisierende Vorgehen", teilte NASA-Chef Bill Nelson mit.

"Mit seiner langen und traditionsreichen Geschichte in der bemannten Raumfahrt ist es unvorstellbar, dass Russland nicht nur die amerikanischen und internationalen Partner-Astronauten auf der ISS, sondern auch seine eigenen Kosmonauten gefährdet." Das Vorgehen sei "rücksichtslos und gefährlich und bedroht auch die chinesische Raumstation".

Trümmerteile vermutlich Jahrzehnte im Orbit

Das Weltraumkommando (Space Command) der US-Streitkräfte teilte mit, der Test vom Montag habe bislang mehr als 1.500 nachverfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert.

Vermutlich würden diese letztlich in Hunderttausende kleinere Trümmer zerfallen und "über Jahre und möglicherweise Jahrzehnte in der Umlaufbahn verbleiben". Dies bedeute "ein erhebliches Risiko für die Besatzung der Internationalen Raumstation und andere bemannte Raumfahrtaktivitäten sowie für die Satelliten mehrerer Länder".

"Russland hat gezeigt, dass es die Sicherheit, den Schutz, die Stabilität und die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums für alle Nationen bewusst missachtet", kritisierte US-General James Dickinson. "Russland entwickelt und setzt Fähigkeiten ein, um den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten und Partnern den Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung aktiv zu verweigern."

Die russische Staatsagentur Tass berichtete, der Generaldirektor der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos, Dmitri Rogosin, werde an diesem Dienstag in Moskau mit NASA-Vertretern zusammenkommen. Bei dem bereits seit längerem angesetzten Treffen werde es nun auch um den Vorfall vom Montag gehen.

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