Fusionsreaktor-Prototyp in China

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Science

Japan will eigenen Fusionsreaktor bauen

Japan will bis zum Sommer seine Forschungs- und Entwicklungsstrategie für ein Kernfusionskraftwerk ausarbeiten. Wie Nikkei berichtet, will das Land bis 2050 einen Reaktor-Prototypen bauen. Geplant ist eine Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, einschließlich finanzieller Unterstützung für kleine Unternehmen und Start-ups.

Ministerpräsident Fumio Kishida hat vergangene Woche in einer Pressekonferenz die Kernfusion im Zusammenhang mit der Strategie für saubere Energie erwähnt. 

Japan arbeitet derzeit auch mit den USA und anderen Ländern am International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER), der derzeit in Frankreich gebaut wird, mit. Auch China forscht mit seiner “künstlichen Sonne” an der Kernfusion.

Hoffnungsträger für saubere Energie

Kernfusion gilt als Hoffnungsträger für saubere Energie der Zukunft. So lässt sich damit theoretisch umweltfreundlich Strom in nahezu unbeschränktem Ausmaß erzeugen. Anders als bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken, bei der die Bindungen von Atomkernen aufgebrochen werden, um Energie zu erzeugen, werden bei dem Fusionsprozess zwei Atomkerne zu einem neuen Kern verschmolzen. Abfallprodukte wie Atommüll gibt es dabei nicht. Für die Kernfusion sind extrem hohe Temperaturen von bis zu 150 Millionen Grad notwendig – die zehnfache Hitze der Sonne. Das so hoch erhitzte Plasma muss durch ein extrem starkes Magnetfeld in Zaum gehalten werden, weil es jedes Material schmelzen würde.  

Erzeugt wird es in einer kranzförmigen Vakuumkammer, einem sogenanntem Tokamak. Läuft die Kernfusion, entsteht dabei so viel Wärme, dass die 150 Millionen Grad Celsius von alleine gehalten werden. Ein Teil der Hitze wird abgezweigt, um Wasser zu verdampfen, das eine Dampfturbine antreibt. Diese erzeugt Strom. Mit einem Teil  wird der Energiebedarf des Magnetfelds gedeckt, der Großteil fließt ins Stromnetz. 

Derzeit ist der Prozess aber noch nicht effizient genug, weswegen noch ausgiebig daran geforscht wird.

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