Science
30.03.2018

Kotzender Roboter macht Raketentreibstoff sicherer

Der Roboter imitiert die Funktion der Speiseröhre, um Raketentreibstoff ohne Explosionsgefahr zu mischen.

Forscher der Chuo Universität und japanischen Weltraumbehörde JAXA haben einen Roboter gebaut, der die Herstellung von Raketentreibstoff sicherer machen soll. Dieser sieht aus wie ein Wurm und bewegt sich auch so ähnlich, ist aber von einem menschlichen Organ inspiriert, berichtet IEEE.

Diese Bewegung imitiert die Muskelkontraktionen der Speiseröhre und wird Peristaltik genannt. Damit wird Essen die Speiseröhre hinunter transportiert und auch hinauf, wenn man sich übergeben muss. Auch Magen und Darm nutzen die Peristaltik.

Üblicherweise wird der feste Raketentreibstoff in Industriemixern zusammengerührt. Dabei kommen Rotoren zum Einsatz, ähnlich wie man es vom Küchenmixer zuhause kennt. Dabei besteht ständig die Gefahr, dass es durch zu heftige Rührbewegungen zur Explosion kommen kann.

Der japanische Roboter soll die Zutaten durch Peristaltik sanfter mischen. Der Vorgang ist zwar langsam, dafür kann er aber kontinuierlich betrieben werden, indem immer wieder neue Zutaten an einem Ende eingefüllt werden. Beim anderen Ende kommt dann nach und nach der fertig gemixte Treibstoff hinaus. Nach dem Trocknen hat dieser den gewünschten, festen Zustand.

In den Videos wurde aus Sicherheitsgründen kein echter Treibstoff gemischt. Laut den Forschern habe man aber mit dem Roboter bereits echten Treibstoff hergestellt und auch schon erfolgreich in Raketen getestet.