Science 27.03.2018

Laserwaffe steckt Drohnen und Mörsergranaten in Brand

© Bild: Raytheon/US Army

Bei einem Test haben Abwehrsysteme auf Mikrowellen- und Laserbasis 45 Drohnen vom Himmel geholt.

Drohnen sind ein zunehmender Faktor auf dem Schlachtfeld. Günstige Amateurmodelle werden zur Aufklärung genutzt oder umgebaut, um Handgranaten abzuwerfen oder um Kamikazeangriffe mit Spreng- oder Brandmitteln zu fliegen. Auch Militärs nutzen die kompakteren Drohnen zur Aufklärung und zukünftig, um Ziele für Artillerie, Raketen oder Marschflugkörper anzuvisieren.

Der Rüstungskonzern Raytheon arbeitet gleich an mehreren Systemen, um solche Drohnen abzuwehren. Wie jetzt bekannt wurde, fand im Dezember 2017 ein größerer Test der Systeme High Power Microwave (HPM) und High Energy Laser (HEL) auf einem US-Militärstützpunkt statt, berichtet Popular Mechanics. Dabei wurden insgesamt 45 Drohnen aus der Luft geholt und einige stationäre Mörsergranaten zerstört.

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Mikrowellen

Das HPM arbeitet mit Mikrowellen. Der Strahl schmort die Kontrollsysteme der Drohne, woraufhin diese abstürzen. Da der Strahl deutlich breiter als ein fokussierter Laser ist, bietet sich das System besonders für die Abwehr von Drohnenschwärmen an. Bei den Tests gegen Schwärme wurden öfters zwei bis drei Drohnen gleichzeitig zum Absturz gebracht. In der jetzigen Bauart hat HPM das Format eines Schiffscontainers und ist dadurch portabel, aber nicht wirklich mobil. Es könnte etwa zum Schutz von Außenposten oder Stützpunkten eingesetzt werden.

HEL ist ein klassischer Laser. Er schmilzt das Plastikgehäuse der Drohne, um eine strukturelle Schwäche zu erzeugen und die Steuersysteme darunter zu beschädigen. HEL ist kompakt genug, um es auf einem Polaris ATV zu montieren. Diese Drohnenabwehr ist damit mobil und kann etwa bei motorisierter Infanterie eingesetzt werden.

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Abgesehen von Drohnen wurde mit HEL auch auf Mörsergranaten geschossen. Diese waren aber nur stationär. Die Idee ist diese durch Laser oder Mikrowellen so stark zu erhitzen, bis sie sich von selbst entzünden und in der Luft explodieren.

Das Problem ist, dass Mörsergranaten kleiner als Drohnen und Artilleriegeschoße sind und sich relativ schnell bewegen. Diese in der Luft schnell genug zu erfassen, um sie lange genug mit Laser oder Mikrowellen beschießen zu können, stellt derzeit noch eine große Herausforderung für die Abwehrsysteme dar.

 

( futurezone ) Erstellt am 27.03.2018