In Kratern wie diesem 330 Meter breiten Exemplar auf dem Merkur sollen große Mengen Eis liegen

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Science
07/24/2019

Laut neuer Studie gibt es am Mond mehr Wasser als angenommen

Ein Vergleich mit Merkur zeige, dass schattige Krater wahrscheinlich viel Wassereis enthalten.

Drei Forscher der University of California behaupten in einer neuen Studie, dass es am Mond mehr Wasser gibt als bisher angenommen. Sie stützen sich auf einen Vergleich zwischen Kratern am Merkur und Kratern am Mond. Am Merkur, dem sonnennächsten Planeten, sind Wasservorkommen in Kratern an den Polen entdeckt worden, deren Innenseiten völlig im Dunkeln liegen.

Dicke Eisschichten

Während die Oberfläche des Planeten von der nahen Sonnen gegrillt wird, halten sich an den Kraterböden viele Meter dicke Eisschichten. Die Forscher haben dies durch Höhenmessungen der Raumsonde LRO herausgefunden, die 2009 von seinem Mutterschiff, der Sonde LCROSS, abgekoppelt und absichtlich auf Kollisionskurs mit dem Merkur geschickt wurde. Bei dem Absturz wurde Wasser und Eis aufgewirbelt, berichtet Phys.org.

Ähnlicher Mond

Dass Krater an den Polen flacher werden, weil in ihrem schattigen Inneren dickes Wassereis vorhanden ist, kommt auch auf dem Mond vor. Während die Forscher 2000 Merkur-Krater untersuchten, stützt sich ihre Datenbasis am Mond auf 12.000 Krater. Die Umweltbedingungen auf Mond und Merkur seien vergleichbar, meinen die Forscher, deshalb sei es naheliegend, dass es auch in den Mondkratern große Wasservorkommen in Form von Eis gebe.

Im Visier

Sie schlagen vor, dass künftige Mondmissionen die polaren Regionen genauer untersuchen. Wasservorkommen gelten als maßgeblich für Kolonisierung anderer Planeten. Aus dem Rohstoff lässt sich per Elektrolyse Sauerstoff zum Atmen für Raumfahrer und Wasserstoff als Raketentreibstoff herstellen.