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Mysteriöser Gletscher auf dem Mars entdeckt

Auf dem Mars wurde eine seltsame Gletscherformation entdeckt, die Forscher*innen vor mehrere Rätsel stellt. Diese befindet sich in der Tiefebene Arcadia Planitia auf der Nordhalbkugel des Planeten und birgt vermutlich Wassereis weniger als einen Meter unter der Oberfläche. Nach eingehender Analyse von Aufnahmen aus dem Jahr 2001 vermuten die Forscher*innen nun, dass ein Gletscher die Landschaft geformt haben könnte.

Mysteriöse Formation prägt Gelände

Zu ihrem Schluss kommen sie, weil die deutlich sichtbare Formation auf dem Boden frappant an Eisströme in der Antarktis erinnern. Dass hier einmal Gletschereis geflossen sein soll, das nun von einer dünnen Schutt- und Geröllschicht begraben ist, sorgt allerdings für Erklärungsbedarf. Denn für so einen Vorgang ist das Terrain in der Gegend eigentlich zu flach.

Um diese neue Art von Gletscher entschlüsseln zu können, dient einmal mehr die Erde als Studienobjekt. So gibt es in der Antarktis Eisströme, die eingebettet in Eisschilden und Gletschern eine schnellere Fließgeschwindigkeit aufweisen. Laut Shannon Hibbard, Doktorandin an der University of Western Ontario in Kanada, gleiten diese auf einer dünnen Wasserschicht über die Eisoberfläche, auch wenn sie relativ flach ist.

Umstrittene Theorie

Ob das auch auf der Erde nicht vollständig erforschte und verstandene Phänomen auf den Mars umgelegt werden kann, ist strittig. Denn, ob zu einem Zeitpunkt, als das Gletschereis existierte, gleichzeitig auch Wasser darunter existierte und floss, bleibt unklar. Um mehr über die Formation zu erfahren, würde sich eine zukünftige Mars-Mission in diese Gegend anbieten, ist die Forscherin überzeugt.

Arcadia Planitia gilt aufgrund der flachen Oberflächenbeschaffenheit ohnehin schon länger als potenzielles Gebiet für eine künftige Marslandung. Neben den günstigen Landebedingungen in der Tiefebene könnte das unmittelbar unter der Marsoberfläche vermutete Eis als natürliche und leicht erreichbare Wasserressource für Astronaut*innen dienen.

Die Forschungsarbeit wurde im Journal Icarus veröffentlicht.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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