Künstlerische Darstellung eines Magnetars, dessen Oberfläche aufbricht, wodurch ein Fast Radio Burst entstehen könnte

© NASA

Science
06/15/2020

Mysteriöses Strahlen-Phänomen erstmals in Milchstraße entdeckt

Neutronenstern in 32.616 Lichtjahren Entfernung liefert wichtigen Hinweis auf die Ursprünge der mysteriösen Fast Radio Bursts.

Fast Radio Bursts (FRBs) zählen zu den für Astronomen interessantesten Phänomenen im Weltraum. Ein nur Millisekunden langer, aber intensiver Strahlungsausbruch wurde im April erstmals innerhalb der Milchstraße entdeckt. Dieser Vorfall wurde nun analysiert und ist laut Wissenschaftlern eine sensationelle Entdeckung. Er zeige, dass FRBs grundsätzlich von Magnetaren - Neutronensternen mit einem extrem starken Magnetfeld - ausgehen.

"Ich würde zwar nicht sagen, dass das der Sargnagel dafür ist, dass FRBs von Magnetaren kommen, aber es ist bei weitem der vielversprechendste Hinweis, den wir dafür gefunden haben", meint Emiliy Petroff, Astronomin an der Universität von Amsterdam, gegenüber Nature.

Sehr nahes Ereignis

Quelle der Begeisterung ist der Magnetar SGR 1935+2154 in 32.616 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Er hat am 27. April einen FRB ausgesandt, der auf der Erde gleich von mehreren Radioteleskopen registriert wurde, u.a. vom Neil Gehrels Swift Observatory der NASA, dem CHIME Radioteleskop in Kanada und dem STARE2 Radioteleskop in den USA. Obwohl der FRB aus der Milchstraße rund 1000 Mal weniger intensiv war als zuvor entdeckte FRBs, ist er doch deutlich näher. Das bislang näheste Ereignis fand in 490 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde statt.

"Das hier ist etwas, das an die irre Intensität von kosmischen FRBs herankommt, aber es passiert nicht so weit weg", kommentiert Sarah Burke Spolaor, Astronomin an der West Virginia University das Ereignis. "Das ist eine fantastische Möglichkeit, um zumindest über einen der Ursprünge mehr zu erfahren, die FRBs verursachen." Zu den Ursachen für FRBs gibt es mehrere Hypothesen, aber noch keine stichhaltige Theorie. Magnetare wurden bisher nur als eine von mehreren möglichen Quellen ausgemacht.