Eagle Island

© NASA

Science
02/22/2020

NASA: Satellitenbild zeigt, wie schnell Eis in der Antarktis schmilzt

Die Aufnahmen verdeutlichen, wie dramatisch sich die Hitzewelle in der Antarktis auswirkt.

In der Antarktis befindet sich der kälteste Punkt der Erde. Aufgrund einer Hitzewelle hatte es im Februar aber fast schon sommerliche Temperaturen.

Anfang Februar war man sich noch unsicher, ob diese Messwerte überhaupt stimmen können. So wurden am 6. Februar 18,3 Grad Celsius bei der Forschungsbasis Esperanza gemessen. Das ist ein historischer Höchstwert. Seit dem im Jahr 1961 begonnen wurde Temperatur-Daten aufzuzeichnen, war es noch nie so heiß.

Bild links: © NASA

Bild rechts: © NASA

Links die Aufnahme vom 4. Februar, rechts vom 13. Februar

Jetzt zeigen neue Bilder der NASA, wie sich die Hitzewelle auswirkt. Die zwei Bilder wurden am 4. Und 13. Februar von einem Satelliten aufgenommen. Sie zeigen die nördliche Spitze der antarktischen Halbinsel.

Die Hitzewelle hat am 5. Februar begonnen. In etwas mehr als einer Woche ist nicht am Rand von Eagle Island Eis und Schnee geschmolzen. Auch in der Mitte haben sich Seen mit Schmelzwasser gebildet. Laut der NASA wurde eine Fläche von 1,5 Quadratkilometern Schnee mit Schmelzwasser durchzogen. Dies ist auf dem Satellitenfoto als blaue Stellen erkennbar. „Ich habe noch nie gesehen, dass sich in der Antarktis Seen mit Schmelzwasser so schnell entwickeln“, sagt Mauri Pelto, Gletscherforscher am Nichols College.

Laut Pelto sei diese Schmelze nicht das eigentlich Ungewöhnliche. Ungewöhnlich ist, dass diese Ereignisse viel häufiger und in kürzeren Abständen auftreten, als früher. In dieser Saison ist es bereits die dritte große Schmelze, nach November 2019 und Jänner 2020.

Meteorologen vermuten, dass die aktuelle Hitzewelle in der Antarktis durch mehrere Faktoren entstanden ist. Ein Hochdruckgebiet bei Kap Horn hat Hitze aufgestaut. Üblicherweise verhindert die Westwindzone, dass die warme Luft von dort die Antarktis erreicht. Die Winde waren aber geschwächt. Außerdem waren die Wassertemperaturen um 2 bis 3 Grad Celsius höher als gewöhnlich. Zusätzlich könnten Föhnwinde in der Antarktis den Schmelzeffekt verstärkt haben.