FILE PHOTO: Blue whale surfaces to breathe in an undated picture from NOAA

© REUTERS / NOAA

Science

Neue Blauwal-Population im Indischen Ozean entdeckt

Laut einer neuen Studie gibt es eine Blauwal-Population, die sich bisher vor Menschen im Indischen Ozean versteckt hat. Hinweise darauf geben mehrere Tonaufnahmen von Walgesängen, die mit keiner der bisher bekannten Gruppen der weltgrößten Säugetiere übereinstimmen, wie die New York Times berichtet.

Unterschiedliche Blues-Stile

"Es ist, wie wenn man unterschiedliche Lieder innerhalb eines Genres hört - Stevie Ray Vaughan versus B. B. King. Es ist alles Blues, aber man erkennt die unterschiedlichen Stile", erklärt Meeresforscher Salvatore Cerchio, der leitende Autor einer Studie über die neue Blauwal-Population.

Dreieck im Nordwesten

Entdeckt wurde die Gruppe durch Aufzeichnungen an unterschiedlichen Orten: Vor der Küste des Oman im arabischen Meer, vor der Küste von Madagaskar und beim Chagos-Archipel (am ehesten bekannt durch seine britische Militärbasis Diego Garcia). Aufgrund dieses Dreiecks wird die neue Blauwal-Gruppe im nordwestlichen Indischen Ozean verortet. Sie kommt als fünfte Population zu vier bereits bekannten hinzu.

Unerforschte Ozeane

Der Fund sei "eine großartige Erinnerung daran, dass unsere Ozeane immer noch sehr unerforscht sind", meint Meeresbiologin  Asha de Vos gegenüber der New York Times. Lasse man ein Mikrofon in die Tiefen des Meeres hinab, wo man dies bisher noch nicht getan hat, finde man fast immer etwas Neues, meint Cerchio.

10.000 bis 25.000 Blauwale

Über die Gesänge von Blauwalen ist bisher nicht viel bekannt. Die Tiere verbringen den Großteil ihres Lebens weit entfernt von Küstengewässern, was ihre Erforschung schwierig macht. Zu den Hochzeiten des Walfangs im 19. und 20. Jahrhundert wurde ihr Bestand weltweit stark dezimiert. Heute sollen aber immer noch zwischen 10.000 und 25.000 Exemplare existieren.

Wissen, um zu schützen

Was man weiß, ist, dass Blauwal-Populationen mit gleichem Gesang eher unter sich bleiben und sich in ihrem Verhalten von anderen Populationen abgrenzen. Warum sich solche Gruppen bilden, wie sie sich von anderen Gruppen abnabeln und welche Arten von Subspezies sich dadurch bilden, ist bisher noch unzureichend bekannt. Durch mehr Wissen darüber wollen Forscher dazu beitragen, die noch existierenden Blauwalbestände zu schützen.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare

Liebe Community! Unsere Developer arbeiten derzeit fleißig daran ein neues Kommentarsystem für euch zu entwickeln! Ab Ende Jänner könnt ihr dann auch über diesem Wege mit uns in Kontakt treten und wir freuen uns schon auf viele interessante Kommentare!