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Science

Erstaunliches Rätsel gelöst: Sternen-Kollision löst Supernova aus

2017 erreichte ein besonders helles und ungewöhnliches Radiosignal die Erde. Das gab Astronom*innen Rätsel auf - bis jetzt. Ein Team des California Institute of Technology (Caltech) konnte die Geschichte rekonstruieren, auf die das Signal zurückzuführen ist. 

Vor etwa 300 Jahren erreichten die Überreste eines erloschenen Sterns einen noch lebendigen Stern. Die Objekte zogen sich gegenseitig an, begannen sich zu umkreisen und bildeten ein Doppelsternsystem. Bei der Sternen-Leiche könnte es sich um ein Schwarzes Loch oder einen Neutronenstern gehandelt haben. In beiden Fällen wäre die Anziehungskraft groß genug, dass der tote Stern die Lebenszeit seines Gefährten frühzeitig beendet.

Grafische Darstellung einer Supernova, die nach der Kollision entsteht. Das hinausgeschleuderte Material trifft auf einen Ring aus Gas. Das dann entstehende Leuchten empfängt man als Radiosignal

Stern wurde seiner Atmosphäre beraubt

Normalerweise entsteht eine Supernova, wenn ein Stern stirbt. Der tote Stern raubte dem lebenden Stern aber nach und nach seine Atmosphäre. Sie wurde in die Umgebung abgegeben und es bildete sich ein Ring aus Gas um das Doppelsternsystem.

Durch diesen Prozess wurde die Anziehung der beiden Objekte noch verstärkt, bis der tote Stern in den lebenden krachte und in einer Supernova explodierte. Dass die Sternenexplosion durch ein solches Aufeinandertreffen von 2 Sternen ausgelöst wird, konnten die Wissenschafter*innen hier das erste Mal beobachten. 

So wurde die Lösung für das Rätsel gefunden

Die Forscher*innen durchsuchen die Daten des Very Large Array (VLA)-Teleskops regelmäßig nach ungewöhnlichen Radiosignalen. Insbesondere jene, die wie ein Streichholz in der Dunkelheit sehr kurz aber dafür sehr hell leuchten. Dabei entdeckte Dillon Dong, Hauptautor der Studie, eine solche "flüchtige Radioquelle", die jedoch heller strahlte als jede Supernova, die bisher entdeckt wurde. 

Die Antennen des Very Large Arrays in New Mexico 

Röntgenstrahlung liefern fehlendes Puzzlestück

Dongs Kollegin, die Forscherin Anna Ho, fand anschließend Röntgenstrahlen eines kosmischen Jets, die auf das selbe Ereignis (VT 1210+4956) zurückzuführen waren. Die beiden Events wurden bisher nicht in Verbindung gebracht. Nun zeigte sich aber, dass der mit den Röntgenstrahlen gemessene Jet bei der Supernova aus dem Kern des Sterns geschleudert wurde. Laut Dong prallte das Material erst Jahre später auf den Ring aus dichtem Gas, der aus der Atmosphäre entstanden war. Das führte zu dem ungewöhnlich hellen Radiosignal, dass die Forschung ins Rollen gebracht hatte.

Forscher*innen gingen zwar bisher davon aus, dass es solche Events gibt, beobachten konnte man sie bisher aber nicht. VT 1210+4956 zu finden sei die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen gewesen, sagt Dong in einem Statement. Die Studie erschien im Fachmagazin Science.

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