Spaghettisierung

Künstlerische Darstellung der Spaghettisierung

© ESO/M. Kornmesser

Science
10/12/2020

Schwarzes Loch zerfetzt Stern mittels Spaghettisierung

Forscher sind begeistert darüber, dass dieses seltene Ereignis erstmals beobachtet werden konnte.

„Ein Schwarzes Loch, das einen Stern einsaugt, klingt wie Science Fiction. Aber genau das ist hier passiert“, sagt Matt Nicholl von der Royal Astronomical Society.

In einer aktuellen Studie (PDF) berichtet er mit seinen Kollegen über das Ereignis AT2019qiz. Dabei handelt es sich um einen Tidal Disruption Event. Ein Stern kam einen Schwarzen Loch zu nahe und wurde davon zerstört.

Spaghettisierung

Dabei waren die Gravitationskräfte des Schwarzen Loches so stark, dass der Stern in die Länge gezogen und schließlich zerrissen wurde. Angelehnt an die italienischen Teigwaren, wird das Spaghettisierung genannt.

So zumindest die Theorie. Bisher konnte das seltene Ereignis nämlich nicht beobachtet werden. Denn obwohl bei diesem Prozess unglaubliche Kräfte im Spiel sind und dieser vergleichsweise hell ist, ist die Sicht darauf meist verborgen. Bei der Zerstörung des Sterns entstehen nämlich viel Staub und Trümmer, die sich wie ein Vorhang über das kosmische Spektakel legen.

Gutes Timing

Im Falle von AT2019qiz stimmte das Timing aber. Weil die Zerstörung des Sterns früh genug entdeckt wurde, sahen die Forscher, wie das Schwarze Loch Materie mit bis zu 10.000 km/h ausstieß. Sie konnten in Echtzeit verfolgen, wie sich Staub und Trümmer rund um das Schwarze Loch legten und sich so der Vorhang senkte.

In 6 Monaten wurde dieses Ereignis in einer Spiralgalaxie in der Konstellation Eridanus beobachtet, mehr als 215 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Durch den Einsatz mehrerer Instrumente und Teleskope weltweit konnte erstmals eine direkte Verbindung zwischen der Materie des Sterns und dem Ausstoß des Schwarzen Loches – also der Spaghettisierung - beobachtet werden.

Stein von Rosette

Der Stern hatte in etwa dieselbe Masse wie unsere Sonne. Etwa die Hälfte seiner Materie verlor er durch das Schwarze Loch, er wurde also quasi entzwei gerissen – bzw. spaghettisiert. Das Schwarze Loch ist supermassiv und hat mehr als eine Million mal Masse als der Stern.

Die Forscher sind jedenfalls begeistert, dieses Ereignis so detailliert beobachtet zu haben. Sie sagen, dass AT2019qiz als eine Art „Stein von Rosette“ für Tidal Disruption Events dienen könnte. Anhand der Beobachtung könne man ähnliche Ereignisse zukünftig besser interpretieren und so supermassereiche Schwarze Löcher besser verstehen.

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