The Solar Orbiter spacecraft, built for NASA and the European Space Agency, lifts off from pad 41 aboard a United Launch Alliance Atlas V rocket at the Cape Canaveral Air Force Station

© REUTERS / Joe Skipper

Science
02/10/2020

Start erfolgreich: So kommt die ESA-Sonde zur Sonne

Die Sonde soll erstmals die Pole der Sonne überfliegen. Um dort hin zu gelangen nutzt sie die Gravitation der Erde und der Venus.

Die neue ESA-Sonde "Solar Orbiter" ist am Montagmorgen von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus in Richtung Sonne gestartet. An Bord einer Atlas V 411 Rakete hob der Orbiter um kurz nach 5.00 Uhr (MEZ) ins All ab. Er soll auch einen Blick auf bislang weniger bekannte Regionen der Sonne werfen und erstmals auch die Pole des Sterns untersuchen.

Mit Hilfe der Venus zur Sonne

Der Solar Orbiter wird die Gravitationskräfte von Erde und Venus nutzen, um sich der Sonne zu nähern. Mit insgesamt einem Erd- und acht Venus-Swing-bys wird er dem Stern bis 2030 schrittweise näher kommen und in eine immer polarere Umlaufbahn um die Sonne einschwenken.

Die nach Schätzungen fast 1,5 Milliarden Euro teure Mission soll neue Erkenntnisse zu unserem rund 150 Millionen Kilometer entfernten Heimatstern ermöglichen. Das Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde NASA und ihres europäischen Pendants ESA hat zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord und wird vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) von Darmstadt aus gesteuert.

Extreme Temperaturen

Vor dem 1,8 Tonnen schweren Orbiter liegt eine lange Reise. Bis auf 42 Millionen Kilometer soll der Satellit an die Sonne heranfliegen. In dieser Entfernung ist die Intensität der Sonne nach Angaben der ESA bereits 13 Mal so hoch wie auf der Erde. Um vor den Temperaturen von mehreren Hundert Grad geschützt zu sein, verfügt die Sonde über ein Hitzeschild aus Titan.

Auf der Oberfläche der Sonne herrschen Temperaturen von rund 5500 Grad Celsius. Im Inneren sind es 15 bis 16 Millionen Grad. Auf seiner Flugbahn wird die größte Distanz zwischen dem Orbiter und der Erde bei 300 Millionen Kilometern liegen. Ein Radiosignal wird dann 16,5 Minuten brauchen. Flugdirektor Andrea Accomazzo trainierte im Kontrollzentrum in Darmstadt wochenlang mit den Mitgliedern seines Teams für die Mission.

 

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