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Science
06/30/2020

Südpol erwärmt sich dreimal schneller als der Rest der Welt

Die Antarktis hat sich laut einer neuen Studie um 0,6 Grad pro Dekade erwärmt.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Südpol deutlich schneller erwärmt als der Rest der Erde. Das geht aus einer vor kurzem im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie hervor, die von Wissenschaftlern aus Neuseeland, Großbritannien und den USA durchgeführt wurde. Dafür wurden Daten analysiert, die Wetterstationen in den vergangenen 60 Jahren gesammelt haben.

Demnach erwärmte sich die Antarktis alle 10 Jahre um ungefähr 0,6 Grad. Das entspricht dem Dreifachen des weltweiten Durchschnitts, der bei 0,18 Grad liegt. Seit 1989 stiegt die Temperatur am Südpol um insgesamt 1,83 Grad.

Treibhausgase

Eine mögliche Ursache ist, dass die erhöhten Temperaturen im Pazifik dazu geführt haben, dass der Atmosphärendruck über dem Weddell-Meer im Südatlantik abnahm. Daher konnte mehr warme Luft über den Südpol strömen. Beschleunigt wurde dies wahrscheinlich durch die Zunahme an Treibhausgasen. Sie könnten auch dafür verantwortlich sein, dass die starke Erwärmung erst jetzt bemerkt wurde.

So sei man eigentlich davon ausgegangen, dass der Südpol weiter abkühlt und isoliert genug war, um von den steigenden Temperaturen betroffen zu sein, sagte Kyle Clem, einer der Forscher von der Victoria Universität Wellington, der Nachrichtenagentur AFP. Die Treibhausgase könnten die Erwärmung aber verschleiert haben.

Pazifische Dekaden-Oszillation

Dass sich der Südpol erhitzt ist im Grunde nicht ungewöhnlich. Dafür ist das Phänomen der Pazifischen Dekaden-Oszillation verantwortlich. Sie beschreibt einen Zyklus, der 15 bis 30 Jahre andauert. Dabei werden jeweils die Temperaturen des tropischen und des nördlichen Pazifiks überdurchschnittlich wärmer oder kälter. Dieser Wechsel sorgte zu Beginn des neuen Jahrhunderts für Druckveränderungen, die verstärkt heiße Luft in Richtung Südpol schickten. Allerdings habe der Mensch sehr wahrscheinlich zu der Erwärmung beigetragen, so Clem.