Science
13.10.2018

Überbewertete Influencer: Information verbreitet sich auch ohne

Die Werbeindustrie steht auf Influencer. Forscher bezweifeln, dass diese Information besser unter die Leute bringen.

Influencer sind in. Firmen reißen sich darum, Menschen mit großer Online-Gefolgschaft zu bezahlen, damit sie Produkte anpreisen. Dahinter steht die Idee, dass Information effizient in Netzwerken verteilt werden kann, wenn sie über wichtige Knotenpunkte eingespielt wird. Diese Annahme bezweifelt eine neue Studie, die an der Universität Stanford in den USA gemacht wurde.

Die beteiligten Forscher kommen zum Schluss, dass eine zufällige Verbreitung von Information über beliebige Personen in vielen Fällen ökonomisch effizienter sein kann. Das liegt daran, dass das Identifizieren wichtiger Knotenpunkte, oder eben von Influencern, oft aufwändig sein kann. Die fünf einflussreichsten Knotenpunkte in einem 200-Personen-Netzwerk zu finden, erfordert das Prüfen von 2,5 Milliarden Verbindungsvarianten.

Zufall rockt

Das kann man sich sparen, wenn Information einfach zufällig an einige Netzwerkteilnehmer ausgegeben wird. Die Forscher sagen, dass das Informieren von sieben zufälligen Personen ähnlich effiziente Informationsdurchdringung im Netzwerk liefert wie das Informieren von fünf optimalen Knoten, sowohl was die Geschwindigkeit als auch was die Durchdringung angeht.

"Das Erheben von Informationen über ein Netzwerk kann sehr teuer werden und die richtigen Leute zu finden, um virale Verbreitung zu erreichen, ist nicht verlässlich möglich. Man kann besser fahren, wenn man das Netzwerk ignoriert und einfach ein paar Leute mehr mit Information impft", sagt Mohammad Akbarpour, einer der beteiligten Professoren.