Richard Branson's Virgin Orbit, with a rocket underneath the wing of a modified Boeing 747 jetliner, takes off to for a key drop test of its high-altitude launch system for satellites from Mojave, California

© REUTERS / MIKE BLAKE

Science

Virgin schießt Rakete von fliegender Boeing 747 ins All

Neben SpaceX von Elon Musk mischt auch Milliardär Richard Branson mit seiner Virgin-Gruppe bei der privaten kommerziellen Raumfahrt mit. Neben Virgin Galactic, das vor allem auf Weltraumtourismus setzt, gibt es mit Virgin Orbit eine weitere Subfirma, die mit einem spannenden Unterfangen aufhorchen lässt. Das Unternehmen plant, Raketenstarts ins All von fliegenden Jumbo-Jets aus durchzuführen. Im Vorjahr wurde eine Rakete bereits in 10 Kilometer Höhe abgeworfen. Dieses Mal soll sie zünden und in den Orbit fliegen.

Eigentlich war der Test mit der modifzierten Boeing 747 bereits für Sonntag geplant gewesen. Aufgrund eines fehlerhaften Sensors wurden die Vorbereitungen aber abgebrochen. Die nächste Möglichkeit, um die unter dem linken Flügel des Jumbo-Jets angebrachte Rakete in 35.000 Fuß (10.668 Meter) zu befördern, sie abzuwerfen und unmittelbar danach zünden zu lassen, ist bereits am Montagabend. Virgin Orbit will praktisch in Echtzeit auf Twitter informieren. Einen Live-Stream gibt es allerdings nicht.

UPDATE 26.05. Der Test des Raketenstarts am Montag ist gescheitert

"Günstiger" Raketenstart

Das maximale Gewicht, das an Bord der kleinen Rakete "LauncherOne" in den niederen Orbit befördert werden kann, ist mit 500 Kilogramm angegeben. Ein derartiges System kann folglich nur für kleinere Satelliten verwendet werden, deren Anzahl derzeit aber stark im Steigen begriffen sind. Der Höhenvorsprung, den die Rakete gegenüber eines Starts am Boden hat, ist zwar merkbar.

Virgin Orbit

Da die Schwerkraft aber sofort nach der Trennung der Rakete vom Flugzeug einsetzt, muss sie aus eigener Kraft zumindest eine Geschwindigkeit von 8 Kilometer pro Sekunde erreichen, um den niederen Erdorbit zu erreichen. Als Vorteil erweisen sich die relativ geringen Kosten von 12 Millionen Dollar und die örtliche Flexibilität.

So kann der Raketenstart theoretisch von jedem Flugfeld erfolgen, das für eine Boeing 747 ausgestattet ist. Eine Schlechtwetter-Zone kann vom Flugzeug umflogen werden. Als Sicherheitsmaßnahme kann der Jumbo-Jet auch relativ einfach über Meeresgewässer navigieren. Explodiert die Rakete beim Start, fallen die Trümmer ins Meer.

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Martin Stepanek

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