Galaxiencluster in der astronomischen Simulation Uchuu

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Science

Virtual-Reality-Simulation erlaubt Zeitreise durchs Universum

Ein internationales Forscher*innenteam unter der Führung des Nationalen Astronomischen Observatoriums von Japan (NAOJ) hat die bisher größte und genaueste Simulation des uns bekannten Universums kreiert. "Uchuu", das japanische Wort für Universum, zeigt, wie sich Galaxien und Galaxiencluster im Verlauf der 13,8 Milliarden Jahre seit dem Urknall verteilt und vermischt haben.

Rein, raus, vor, zurück

Wie TheNextWeb berichtet, besteht die Simulation Uchuu aus einem Würfel mit einer Kantenlänge von 9,63 Milliarden Lichtjahren. 2,1 Billionen Partikel bewegen sich darin. "Uchuu ist wie eine Zeitmaschine: Wir können vorwärts und rückwärts gehen und die Zeit stoppen, wir können auf eine einzige Galaxie heranzoomen oder herauszoomen um einen ganzen Cluster zu sehen", schildert Julia Ereza, die an Uchuu gearbeitet hat. "Wir können sehen, was zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort im Universum passiert ist, von den frühesten Tagen bis in die Gegenwart. Das ist essenziell, um den Kosmos zu studieren."

Blick in Galaxiencluster des Universums

Uchuu zeigt, wie sich das Universum auf einer großen Skala entwickelt hat

Supercomputer notwendig

Uchuu wurde mit Hilfe eines der stärksten Supercomputer entwickelt, die derzeit für astronomische Zwecke im Einsatz sind. Der ATERUI II Computer mit 40.000 Kernen, 20 Intel Xeon Gold 6148 Prozessoren (2,4 GHz), 385 GB RAM und 6,5 Petabyte Speicher leistet über 3 Petaflop. Damit war es möglich, Bewegungen von hunderten Milliarden Sternen zu simulieren. Dabei sind aber bei Weitem nicht alle Sterne der Galaxien inkludiert.

Offenes Werkzeug

Uchuu ist für Forscher*innen frei zugänglich und soll dabei helfen, einige Rätsel des Universums zu lüften. Zum Beispiel soll durch die Simulation erkennbar werden, wie sich Halos von dunkler Materie um Galaxien und Zwerggalaxien zu riesigen Clustern formten.

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