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Science
12/18/2019

Warum der Handy-Nachtmodus nichts bringt und sogar schadet

Forscher der University of Manchester haben herausgefunden, dass der Nachtmodus bei Smartphones nicht unbedingt einen besseren Schlaf zur Folge hat.

Der Nachtmodus von Smartphones, bei dem der Bildschirm in einen gelblichen Ton getaucht wird, hat laut einer aktuellen Studie der University of Manchester nicht den Effekt, dass Nutzer leichter einschlafen können oder gar besser schlafen. Laut dem Anfang der Woche veröffentlichten Paper könnte sogar das Gegenteil der Fall sein.

Laut den Forschern könnte es der Gesundheit weit zuträglicher sein, tagsüber helle und wärmere Beleuchtung und abends dunklere, kühlere Beleuchtung zu verwenden. Die Dämmerung sei sowohl dunkler als auch blauer als das Tageslicht, heißt es in der Studie, und die Körperuhr verwende beide Merkmale, um die geeigneten Zeiten für das Einschlafen und Wachen zu bestimmen.

Gemischte Botschaften

Der Nachtmodus, der durch das Ändern der Bildschirmfarbe blaues Licht herausnehme, sende uns gemischte Botschaften, weil die Änderungen in der Helligkeit von einer Farbänderung begleitet werden, die eher dem Licht am Tag entsprechen.

Die Gründe für die Verwendung des gelben Farbtons im Nachtmodus würden aber sehr wohl auf plausiblen wissenschaftlichen Prinzipien beruhen, wie Forschungsleiter Tim Brown gegenüber dem Guardian ausführt. Dabei gehe es um die Rolle, die Melanopsin, ein im Auge vorhandenes lichtempfindliches Protein, bei der Regulierung der Körperuhr spiele.

Blaues Licht entspannender

Bisher sei man davon ausgegangen, dass blaues Licht einen stärkeren Einfluss habe. Dabei habe man aber andere Faktoren außer Acht gelassen. Tatsächlich hätten blaue Farben schwächere Effekte als weißes oder gelbes Licht gleicher Helligkeit. Blaues Licht sei also tatsächlich entspannender.

Die Studie sei zwar an Mäusen durchgeführt worden, sagte Studienleiter Brown. Aber auch wenn Mäuse keine Smartphones hätten, könne davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse auch für Menschen zutreffen würden.