Der Mond kurz vor der totalen Verfinsterung

Symbolbild

© APA - Austria Presse Agentur

Science
05/18/2020

Warum der Mond vor 900 Jahren kurzzeitig "verschwunden" ist

Vulkane könnten für den damaligen Klimawandel und das Verschwinden des Mondes verantwortlich sein.

In der fünften Mai-Nacht vor 900 Jahren schien der Mond gewohnt hell. Mit jeder weiteren Nacht wurde sein Licht aber immer schwächer – bis er kaum noch sichtbar war. Heute spricht man dabei von einem "Blutmond". So steht es im angelsächsischen Laud Manuscript, auch Peterborough Chronicles genannt. 

Warum, war lange Zeit ein Mysterium. Forscher glauben dieses nun aufgedeckt zu haben. Der Grund dürften Vulkane gewesen sein, wie eine Studie, veröffentlicht im Journal Scientific Reports, andeutet. „Das spektakuläre stimmungsvolle optische Phänomen, das mit vulkanischen Aerosolen verbunden ist, die hoch in den Himmel gestiegen sind, hat seit der Antike die Aufmerksamkeit von Chronisten gewonnen“, heißt es in der Studie.

Eisbohrkerndaten, meist aus Bohrungen in einem Eisschild oder Gletscher, deuten auf mehrere eng beinander liegende vulkanische Eruptionen, die vor fast einem Jahrtausend in Europa und Asien stattgefunden haben.

"Vergessene Haufen"

Die Forscher sprechen bei diesen Vulkanen von „vergessenen (Eruptions-) Haufen“. Deren Asche habe sich jahrelang in der ganzen Welt verteilt. Durch die Eruptionen haben sich in Folge riesige Schleier aus vulkanischen Aerosolen gebildet, die den Mond überdeckt hatten, schreibt Live Science. 

Auch waren hohe Niederschläge und schlechte Ernten die Konsequenz. Die Forscher vermuten demnach, dass die enormen Aschewolken das globale Klima verändert hatten. Entweder waren die Schleier die Ursache oder der Turbo für kältere Temperaturen und viel Niederschlag.

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Luftpartikel im Eis

Um ihre Hypothese zu belegen, haben die Forscher Eisbohrkerne in Grönland und der Antarktis untersucht. Anhand von langen Röhren aus antikem Eis ist es nachvollziehbar, wie das globale Klima in alten Zeiten ausgesehen hat und welche Partikel damals in der Atmosphäre vorhanden waren. Das Ergebnis: Zahlreiche Aersolteilchen aus Sulfaten, ein Bestandteil in vulkanischer Asche, waren nachweisbar. 

Die Untersuchung von 13 Chroniken, eine davon jene von Mount Asama in Japan zwischen 1062 und 1141, die ein verändertes Wetter, fehlende Ernten und Hungersnöte behandelt, untermauern die These um die vulkanischen Eruptionen.

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