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Science
05/14/2020

Oberfläche des Mondes wurde bei über 2.000 Grad geschmolzen

Eine Gesteinsprobe von 1972 könnte erklären, wie die Oberfläche des Mondes entstanden ist.

Die Mondoberfläche ist bekanntlich dicht bedeckt mit Kratern. Trotz zahlreicher Ideen und Hypothesen blieb aber bislang ungeklärt, wie die Oberfläche des Mondes überhaupt entstanden ist. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Meteoriteneinschläge vor etwa 4 Milliarden Jahren eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Die gängige Meinung vieler Weltraumforscher ist, dass sich die äußere Schicht des Mondes aufgrund von aus dem Inneren heraustretendem Magma gebildet hat. Durch eine Gesteinsprobe, die 1972 mit der Apollo-17-Mission zur Erde gebracht und jetzt wieder analysiert wurde, kommen aber viel eher Meteoriten infrage. Die Untersuchung lässt demnach vermuten, dass der Stein extrem hohen Temperaturen ausgesetzt war – genau genommen über 2.300 Grad Celsius, berichtet Sciencealert.

Schmelzende Planetenschicht

In der Regel entstehen derartige Temperaturen nur, wenn eine große Fläche der äußeren Planetenschicht schmilzt. Daher vermuten Forscher des kanadischen Royal Ontario Museum eine Art „Bombardierung“ durch Meteoriten zu Zeiten, als der Mond noch sehr jung war. Diese hätten die Mondoberfläche mit geschmolzenem Gestein erst geformt, bevor später andere Meteoriten sie mit Einschlägen zu einer Kraterlandschaft gemacht haben.

Laut der Planetenforscherin Ana Cernok sind der entscheidene Hinweis darauf die Mineralien in einer Apollo-17-Probe. Apollo 17 war der letzte bemannte Flug zum Mond. 

Ausschlaggebend war das vorhandene Baddeleyit ein seltenes Mineral aus der Klasse der Oxide und Hydroxide. „Obwohl es kleiner als ein Millimeter war, hat das Baddeleyit-Korn unsere Aufmerksamkeit gewonnen, denn es war der größte, das ich in den Apollo-Proben je gesehen habe“, sagt Cernok.

Hochtemperaturen

Das Mineral, auch bekannt als Zirkoniumoxid, deutet auf die Existenz von Kubikzirkonia hin, was wiederum auf extrem hohe Temperaturen schließen lässt. Zirkonia sind heute künstlich hergestellte Kristalle aus Zirconiumoxid, die in der sogenannten kubischen Hochtemperaturphase geformt werden.

Die Erkenntnisse helfen den Forschern, derartige Meteoriten-Effekte auf erdähnlichen Planeten besser zu verstehen.