Weltraumschrott

Stillgelegte Satelliten verunreinigen wegen Klimawandel länger ihre Umlaufbahnen

© APA/ESA

Science

Weltraumschrott bleibt wegen Klimawandel länger im Orbit

Ein zunehmender Kohlendioxidgehalt verringert die Dichte der oberen Erdatmosphäre. Stillgelegte Satelliten und Weltraumschrott, die sich in Erdnähe befinden, sind daher weniger Widerstand ausgesetzt und bleiben länger im Weltraum. Das geht aus einer neuen Studie der British Antarctic Survey hervor. 

Eine längere Verunreinigung der Umlaufbahnen der Objekte bedeutet wiederum ein erhöhtes Risiko für gefährliche Kollisionen, wodurch große Mengen Trümmerteile entstehen könnten. 

Doppelt so starke Ausdünnung

Die besorgniserregenden Veränderungen der atmosphärischen Dichte würden in Höhen zwischen 90 und 500 Kilometern messbar. Sie würden zudem selbst unter moderaten Treibhausgasemissionen auftreten. Diese Schlussfolgerungen basieren auf Computermodellen der gesamten Atmosphäre.

Die Wissenschaftlerin Ingrid Cnossen hat die Entwicklung der Atmosphäre in den vergangenen 50 Jahren analysiert und mit Prognosen zukünftiger Emissionsszenarien verglichen. Das Modell, das 50 Jahre in die Zukunft blickte, zeigte eine doppelt so starke Ausdünnung der oberen Erdatmosphäre im Vergleich zu den vergangenen 50 Jahren.

NASA-Satelliten messen Effekt

„Es wird immer wichtiger zu verstehen, wie sich der Klimawandel auf diese Regionen auswirken wird, insbesondere für die Satellitenindustrie und die politischen Entscheidungsträger, die an der Festlegung von Standards für diese Industrie beteiligt sind“, sagt Cnossen.

Die Ausdünnung der oberen Atmosphäre hat mit der durch Treibhausgas verursachten Abkühlung zu tun. Dieser Effekt widerspricht dem, was Wissenschaftler näher zur Erde beobachten. Die Erdbeobachtungssatelliten der NASA haben zuvor diesen Effekt gemessen. 

Obere Atmosphäre als nutzbare Ressource 

„Weltraumschrott wird aufgrund des Risikos von Kollisionen zu einem schnell wachsenden Problem für Satellitenbetreiber, das durch den langfristigen Rückgang der Dichte in der oberen Atmosphäre noch verschlimmert wird“, sagt Cnossen und ergänzt: „Ich hoffe, dass diese Arbeit dazu beitragen wird, geeignete Maßnahmen zur Kontrolle des Problems der Weltraumverschmutzung einzuleiten und sicherzustellen, dass die obere Atmosphäre auch in Zukunft eine nutzbare Ressource bleibt“. 

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