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Science
09/08/2020

Zehntausende Menschen haben COVID-19 länger als 3 Monate

In Großbritannien leiden bis zu 60.000 Menschen an Langzeitfolgen von COVID-19.

Nicht jede COVID-19-Infektion verläuft glimpflich. Neben mehrtägigen Krankenhaus-Aufenthalte gibt es jetzt immer mehr Fälle von Menschen, die die Krankheit monatelang nicht los werden. Laut „Guardian“ sind in Großbritannien bis zu 60.000 Personen betroffen, die mehr als 3 Monate lang mit schweren Symptomen zu kämpfen haben.

Berichten von Betroffenen zufolge geht es den Patienten tageweise besser. Wenn sie dann aber versuchen, einen kurzen Spaziergang von rund 20 Minuten zu absolvieren, kommen sie wieder mehrere Tage danach nicht aus dem Bett. Die meisten Patienten, die mit Langzeitfolgen kämpfen, berichten über Kurzatmigkeit und enorme Müdigkeit. Einige Patienten sitzen im Rollstuhl.

Zu geschwächt für Alltag

Viele der Betroffenen können ihre täglichen Aufgaben nicht erfüllen. Sie schaffen es nicht einmal, im Supermarkt einkaufen zu gehen oder die Stiegen hinaufzugehen. Dies betrifft nicht nur Personen, die schwere COVID-19-Verläufe hatten. Manche hatten einen sogenannten „milden Verlauf“ und entwickelten im Nachgang Schwierigkeiten. Darunter befinden sich auch fitte Personen, die vor der Erkrankung noch für einen Marathon trainiert hatten.

Laut dem Bericht vom „Guardian“ gibt es vor allem junge Menschen, die „länger als 6 Monate“ mit Symptomen kämpfen. Auch Roland Winkler, Primarius am Rehabilitationszentrum Hochegg, berichtet davon, dass es COVID-19-Patienten aller Altersstufen gibt, die nach der Erkrankung in Rehabilitation müssen, weil sie durch das Virus stark geschwächt sind.

Zu wenige Tests bei milden Verläufen

In Großbritannien werden die Patienten häufig alleine gelassen, wie der „Guardian“ berichtet. Manche Patienten fühlen sich „nicht ernst genommen“. Gerade wenn diese nicht im Krankenhaus behandelt worden seien, sei nicht auf ihr Herz, ihre Lunge oder andere Organe geschaut worden, heißt es. Wie die Langzeit-Effekte zustande kommen – und wer mit den Folgen von COVID-19 für Monate kämpft und wer nicht, wird derzeit erforscht.

In Österreich gibt es für COVID-19-Patienten die Möglichkeit einer Rehabilitation, um sich aufs Gesundwerden zu konzentrieren. Viele Reha-Ärzte zeigen sich erstaunt darüber, wie viele junge Patienten sie in diesen Einrichtungen aufnehmen müssen.

Wie in Großbritannien sind die meisten COVID-19-Patienten in Österreich direkt aus dem Krankenhaus in die Reha-Klinik überwiesen worden. Unklar ist derzeit, ob die Langzeit-Folgen wieder gänzlich verschwinden.

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