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Start-ups
04/23/2020

Linzer entwickeln Lungenmessgerät für Zuhause

Das Testsystem LuDi ermöglicht schnelle und präzise Lösungen zur Diagnose und Überwachung der Lungengesundheit.

von Andreea Iosa

Das Linzer Unternehmen Lung Diagnostics entwickelt ein auf künstliche Intelligenz (KI) basiertes Lungenfunktionstest-System (LuDi), das nicht nur in Ordinationen, sondern auch zuhause angewandt werden kann.

Die Grundidee hinter dem System von Klaus Fischer und Alfred Wegerer waren neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der weitverbreiteten Chronischen Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Es hat sich herausgestellt, dass sie bereits in jungen Jahren aufgrund von Umweltbelastungen auftreten kann. Viele Betroffene würden die Erkrankung jedoch nicht merken. Das soll sich mit LuDi ändern.

Klinische Studien erfolgreich

Erste klinische Studien zeigen: Mithilfe des innovativen Systems können neben COPD auch Lungenerkrankungen wie generelle Atembeschwerden, Lungenentzündung, Fibrosen oder Asthma bronchiales rasch und verlässlich diagnostiziert werden.

Die Einzigartigkeit des Systems ist, dass es aus zwei getrennten, simultan arbeitenden Atemgasmesskammern besteht. Wegerer erklärt: "In der ersten Messkammer werden die physikalischen Parameter der Atmung gemessen, in der getrennten, zweiten Messkammer wird hingegen die Zusammensetzung der Ausatemluft mittels fünf klinischen Sensoren analysiert."

Die KI macht die sogenannte Data-Fusion: Sie stellt die chemischen und physikalischen Messwerte den bisherigen Erfahrungswerten gegenüber und erstellt für den Arzt einen Diagnosevorschlag.

Bestandteile in Atemgas

Der Nutzer wird schließlich per Ampelsystem über den aktuellen Zustand seiner Lunge informiert. Damit wissen etwa Asthmatiker, ob eine sportliche Betätigung an jenem Tag ratsam ist oder nicht. Ziel sei es, das System, ähnlich dem elektronischen Blutdruckmessgerät, regelmäßig anzuwenden. So kann ein umfassendes Verlaufsbild generiert werden.

Die Plattform mYRespiration.com fungiert dabei wie ein Tagebuch. Darüber ist zudem eine Vernetzung von Patient, Arzt und Intensivmedizin ohne Zeit- und Ressourcenverlust möglich.

In Zukunft können neben sehr weit verbreiteten Krankheiten wie COPD auch beispielsweise Lungenkarzinome gut erkannt werden, wie die ersten klinischen Tests bereits gezeigt haben. Aufgrund der Funktionsweise des Verfahrens wäre ein Einsatz theoretisch auch bei Covid-19 verursachten Lungenproblemen denkbar. 

Die Patente für die ersten Prototypen wurden unlängst eingereicht. 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer redaktionellen Kooperation zwischen futurezone und aws.