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Start-ups
05/20/2020

Linzer Start-up entwickelt Führerschein für autonome Fahrzeuge

Das junge Unternehmen Kontrol hat eine Software entwickelt, mit der sichergestellt werden kann, dass sich selbstfahrende Autos an die Regeln halten.

von Florian Christof

Dass sie die Fahrspur einhalten können, über Autobahnen und Bundesstraßen autonom navigieren und dass sie auch Verkehrsschilder lesen können, haben selbstfahrende Auto bereits vielfach unter Beweis gestellt. Um sich allerdings richtig und sicher im Straßenverkehr mit allen anderen Teilnehmern zu verhalten, gehört mehr dazu.

"Die Straßenverkehrsordnung ist für Menschen geschrieben worden, nicht für Maschinen", sagt Andreas Lauringer, CEO von Kontrol im Gespräch mit der futurezone. "Wir haben daher eine Software entwickelt, die autonomen Fahrzeugen die jeweils geltende Straßenverkehrsordnung beibringt."

Straßenverkehrsordnung übersetzt

In einem ersten Schritt hat das Linzer Start-up die Regeln, die auf österreichischen Autobahnen gelten, für selbstfahrende Autos übersetzt. Dabei sind die Entwickler Paragraph für Paragraph der Straßenverkehrsordnung durchgegangen und haben sie so interpretiert, dass sie von Menschen und Computern der Fahrzeuge gelesen werden können.

"Dieses Projekt für den so genannten Highway Piloten haben wir zusammen mit der AVL Startup Initiative - Creators Expedition in Graz umgesetzt, eine wirklich sehr konstruktive und zukunftsweisende Zusammenarbeit", erklärt Lauringer.

"Unsere Software kann nicht nur in Autos verwendet werden, sondern auch in Drohnen, Robotern usw. Immer dann, wenn eine Maschine mit Menschen interagiert und selbst Entscheidungen trifft ist es wichtig, dass transparent ist, was passiert und warum", sagt der Firmengründer.

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Kontrol-Software liefert Beweise

Kontrol verifiziert ob sich die autonomen Fahrzeuge auch tatsächlich an die Straßenverkehrsordnung halten, und falls es zu einer kritischen Situation kommt auch den Beweis liefert, warum eine Regel verletzt wurde und ob sich das Fahrzeug auch in der Notlage konform verhalten hat.

"Für eine derartige Zertifizierung von autonomen Fahrzeugen befinden wir uns aktuell im regen Austausch mit dem zuständigen Verkehrsministerium (BMK)", so Lauringer. Außerdem führe man Gespräche mit dem TÜV. "Unter anderem ist es unser Ziel, eine Art 'Pickerl' beziehungsweise ein Zulassungsverfahren für selbstfahrende Autos zu ermöglichen", sagt der Kontrol-CEO, "schließlich müssen auch Behörden sicher sein, dass das Fahrzeug sich an Gesetze und Standards hält".    

Kontrol habe bei der Entwicklung der Software großen Wert auf Transparenz gelegt. "Dies geschieht auch mit dem Ziel, dass autonome Systeme besser in unsere Gesellschaft integriert werden können und wir die Innovation, den Zeitgewinn nutzen können”, so Lauringer.

Autohersteller zeigen Interesse

Gleichzeitig sei es aber auch zentral, dass die Technik und die Software, die die Autohersteller entwickelt haben, geschützt werden. Insofern zeigen die zuständigen Stellen großes Interesse an einer derart uniformen Lösung, erklärt Lauringer: "Auch die Autohersteller, mit denen wir Gespräche führen, haben Interesse daran, unsere Software zu verwenden."

Die Vision von Kontrol ist, dass zukünftig sowohl Autohersteller als auch Behörden gleichermaßen zu dem Kundenstamm gehören. Dank der Unterstützung der Förderbank austria wirtschaftsservice (aws) habe Kontrol die Entwicklung auf einen Punkt bringen können, von dem aus aktive Akquise betrieben werden kann.

 


Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und aws (austria wirtschaftsservice).

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